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Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 08:44 Uhr

Kappeln : Am Wasser wird es eng

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Strandbesuch, Stadtbummel oder Eisdiele – Feriengäste haben ihre eigenen Rezepte bei tropischen Temperaturen.

Erst kam der der Sommer nicht in die Hufe, und nun gibt er Vollgas. Hoch „Gerd“ sorgt für Mittelmeerklima an Schlei und Ostsee: blauer Himmel, sengende Sonne und flirrende Hitze. Bis zu 29 Grad Celsius zeigte das Thermometer gestern und vorgestern. Was macht man an einem solch heißen Sommertag?

Vielleicht ein Eis im „Café Piccolo“ bestellen? Mitarbeiterin Petra Siemen winkt ab. „Bei so einer Hitze ist Strandwetter, da gibt es nicht so viele Besucher in der Stadt.“ Zu ihren ersten Kunden gehören heute die Geschwister Leonie (8) und Jason (6) Häder aus Kappeln. „Eis mag ich, weil es so schön kalt ist“, verrät Leonie. Wie ihr Bruder nimmt sie ein Erdbeereis in der Waffel. Dass Siemen bei dem Wetter an andere Eiskugeln verkauft, während sie arbeiten muss, stört sie nicht. „Ich freue mich besonders für die Urlauber über das schöne Wetter. Es war höchste Zeit, dass der Sommer wiederkommt“, so Siemen.

Also ab an den Weidefelder Strand – und tatsächlich: Dort herrscht enges Gedränge. „Seit 10.15 Uhr sind hier alle 70 Strandkörbe vergeben“, sagt Georg Schuhmann von der DLRG. Noch am Montag habe sich der Strand erst langsam gefüllt. „Das Wasser war im Vergleich zur Luft einfach noch zu kalt“, so Schuhmann. Doch jetzt sei es super. „Um 10 Uhr haben wir 20 Grad Wasser- und 23 Grad Lufttemperatur gemessen“, sagt die Strandaufsicht. Hitzschlag habe es unter den Strandbesuchern noch nicht gegeben, dafür Verletzungen von Feuerquallen oder Wespenstiche. Schuhmann kommt aus Schömberg bei Karlsruhe und verrichtet in seinem Urlaub Dienst. „Wir sind hier fünf Leute zwischen 17 und 58 Jahren“, sagt der Badener. Die Sandstrände seien wunderschön, und mit dem Wetter habe er Glück gehabt. „Die Unterkünfte sind in Ordnung, das Essen auch und die Menschen, ob Einheimische oder Urlauber sehr herzlich“, sagt der 27-Jährige.

Zum Ende ihres Urlaubs hat Anita Stritzel mit ihrer Tochter Aylin und den Enkelkindern Maalida (10) und Runa (7) noch einmal Sonne satt. „Das nennt man ‚Glück gehabt‘  “, sagt Anita Stritzel. Das Quartett aus Norddeutschland macht mit dem Opa Urlaub auf einem Bauernhof in Stoltebüll. „Da gefällt es uns gut und den Kindern sogar so gut, dass wir sie regelrecht zum Besuch am Meer nötigen mussten“, lacht Aylin Stritzel. „Wir waren schon mal in Kappeln, aber jetzt zum ersten Mal am Strand und es gefällt uns gut hier“, so die Mutter.

Das Rezept von Gerd und Walburga Spindler bei Hitze? An den Strand oder an die Schlei gehen, Hauptsache am Wasser. Gebadet haben sie auch schon. „Über 20 Grad, wenn man erst einmal drin ist, ist es sehr angenehm“, sagt der Rentner aus der Nähe von Kassel. Die Spindlers gehören zu den Glücklichen, die noch einen Strandkorb bekommen haben. Dort finden sie auch noch etwas Schatten, für den nächsten Tag ist das Strandmöbelstück schon reserviert. In Kappeln machen die beiden Nordhessen gerne Urlaub. „Wir sind Wiederholungstäter“, sagt Gerd Spindler. Kappeln liege an Schlei und Ostsee und sei sehr zentral, denn bis Flensburg, Kiel oder Schleswig bräuchte man nicht lange. „Dazu gibt es Radfahrmöglichkeiten, den Salondampfer und gute Restaurants mit schönen Fischangeboten. Der Fisch schmeckt hier anders – einfach toll“, meint Walburga Spindler. Kappeln sei eben sehr abwechslungsreich, sodass man auch bei schlechtem Wetter viel unternehmen könne.

Birgit Bard und Bernhard Dieterle-Bard gehen an der Schlei spazieren in Richtung Innenstadt. Auf die Frage, wie man einen so heißen Sommertag verbringt, antwortet der Architekt aus dem Landkreis Ludwigsburg mit dem heutigen Tagesablauf. „Wir haben schön im Freien gefrühstückt – natürlich im Schatten.“ Nun will er mit seiner Frau Birgit erst einen Stadtbummel in Kappeln und dann in Eckernförde unternehmen. „Und dann belohnen wir uns mit einem Bad in der Ostsee und einem leckeren Abendessen“, sagt er. Reiner Strandurlaub muss es für die beiden nicht sein. „Die Mischung macht’s“, meint Buchhändlerin Birgit Bard.

Katharina Pätsch, Filialleiterin der Adler-Apotheke in der Schmiedestraße, empfiehlt ihren Kunden, die Mittagssonne zu meiden, viel zu trinken und beim Strandbesuch eine Kopfbedeckung zu tragen. Bald brauchen sich die Urlauber nicht mehr zu überlegen, wie man so einen heißen Sommertag am besten verbringt. Schon am Sonntag soll es Gewitter geben. So ist das eben mit dem Sommer im Norden.

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erstellt am 27.Aug.2016 | 12:45 Uhr

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