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Schlei-Bote

05. Dezember 2016 | 09:39 Uhr

Süderbrarup : Alle wollten König Offa sehen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Thorsberg-Festspiele: Kaum ein Zuschauerplatz blieb leer bei den Vorführungen. Museumsverein plant Fortsetzung der Geschichte.

Die Thorsberg-Festspiele von Süderbrarup sind erwachsen geworden, das Schauspiel ist professioneller aufgezogen als in den Vorjahren. „Die Abwanderung der Angeln nach Britannien“ hat inzwischen ein plattdeutsches Vorspiel erhalten. Ganz bewusst verzichtet der Museumsverein Süderbrarup bei seinem Stück auf waffenklirrende Schaukämpfe. Denn: Man legt viel Wert darauf, sich von den Wikingern zu distanzieren. Für die nächsten Thorsberg-Festspiele in zwei Jahren stellte Mitorganisator Helmut Lax schon eine Fortsetzung des Schauspiels in Aussicht. Diese soll sich mit der Ankunft der Angeln in Britannien beschäftigen.

Den Zuschauern gefällt das farbenprächtige Spektakel auf der Wiese, wo König Offa, gespielt von Harry Schmidt alias Big Harry, auf Anraten der Götter sein Schwert opfert. Nur wenige der 200 Zuschauerplätze blieben bei den Vorführungen frei. Schirmherr Wolfgang Börnsen hatte für die bessere geschichtliche Einordnung der Geschehnisse eine Vorgeschichte für die Abwanderung der Angeln geschrieben. Sie hätten damit zur Grundstruktur Englands beigetragen. „Diesem verdienstvollen Verfahren in Form eines Volksschauspiels ein nachdenkliches und fröhliches Denkmal zu setzen, ist angemessen und verantwortungsbewusst“, lobte er die Veranstalter. „Engländer, die in der EU bleiben wollen, können jetzt wieder in die alte Heimat zurückkehren“, verwies Landtagsabgeordneter Johannes Callsen nicht ganz ernsthaft auf die Aktualität der Festspiele.

„Man muss sich bewusst werden, dass hier weltgeschichtliche Ereignisse abgelaufen sind“, erinnerte Romanautorin Renate Petry. Historische Festspiele seien immer ein Spiegel, in dem man sich selbst sehen könne.

Karsten Stühmer, hob als Vorsitzender der Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg das ehrenamtliche Engagement hervor. „Andere Festspiele sind professionell organisiert und mit Hunderttausenden von Euro subventioniert“, sagte er. Doch in Angeln sei das anders. Hier würde zusammen gestanden, zusammengehalten, gesungen und gelacht. Und vieles würde wie bei den Festspielen ehrenamtlich geleistet, so Stühmer.

Wolfgang Warwel, Vorsitzender des Museumsvereins Süderbrarup, war aber mit der Resonanz der Festspiele noch nicht ganz zufrieden. „Ich hätte gerne noch mehr Volksfestcharakter, bei dem auch die Geschäfte im Ort geöffnet haben“ verriet er.






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