zur Navigation springen

Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 07:00 Uhr

Sterup : Ärzte suchen Nähe zum Patienten

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Drei Mediziner wollen in ihrer Gemeinschaftspraxis in einem Doppelbungalow optimale Versorgung gewährleisten.

Ganz Sterup ist stolz auf das neue Ärztehaus, das mitten im Dorf in Nachbarschaft zur St.-Laurentius-Kirche steht. Ihre gemeinsame Praxis in diesem Doppelbungalow unterhalten die Fachärztin Dr. med. Silke Bechthold, der Allgemeinarzt und Psychotherapeut Sören Schmolling und der Allgemeinarzt und Arzt für Chirurgie Stephen Harksen. Ihnen zur Seite stehen eine in der Ausbildung befindliche Assistenzärztin, außerdem sieben Arzthelferinnen und eine Reinigungskraft. Und da diese medizinische Einrichtung außerdem den Status einer Lehr-Praxis der Universität Kiel inne hat, wird in Sterup im Oktober die erste Medizinstudentin ihr Praktikum absolvieren.

Das Ärzte-Trio hat sich in diesem Sommer – nach einer zwölfjährigen Standortsuche mit einem passenden Objekt – einen Traum erfüllt. Die Initialzündung für dieses Unternehmen ging von Silke Bechthold aus, die aus Offenbach am Rhein stammt und sich 2004 als Landärztin in Sterup niederließ. Sie nahm schon damals sofort den Kontakt zum gebürtigen Frankfurter Sören Schmolling auf, der sich nach längerer Tätigkeit in der Mutter-Kind-Klinik im niedersächsischen Varel 1999 eine eigene Praxis in Brunsholm (Gemeinde Esgrus) einrichtete. Stephen Harksen, von der Insel Föhr stammend, kam von der Flensburger Diako 2014 als Schmollings neuer Partner in Brunsholm hinzu. „Wir wollten auf Dauer keine Einzelkämpfer bleiben“, sagt Schmolling rückblickend. Deshalb stand für die drei Mediziner von Anfang an fest, dass sie in einem kleinen Ärztezentrum ihren Patienten optimale Bedingungen bieten wollten.

Ärztehäuser gibt es bereits in Steinbergkirche und Sörup, Sterup liegt in der Mitte der beiden Zentralorten. „Für uns bedeutet die Standortwahl in Sterup kein wirtschaftliches Wagnis“, sagt Silke Bechthold. Begründung: Sie begingen kein Neuland, sondern könnten auf das Vertrauen von etwa 2500 treuen Patienten bauen. Auch wenn sich das Team im Ärztehaus gegenwärtig noch in einer Phase der Umorientierung befindet, sind die drei Mediziner überzeugt davon, dass sich alles schnell einspielt.

Als ideal bezeichnen sie den Einsatz eines einheimischen Investors, der den Steruper Neubau nicht nur finanzierte, sondern nach den detaillierten Plänen der Ärzte – die Langzeit-Mieter sind – die benötigten Räumlichkeiten schaffen ließ. Da gibt es jetzt unter anderem ein Labor, dazu Bereiche für EKG und Belastungs-EKG sowie Stationen für Langzeit-Blutkontrolle und für kleinere chirurgische Eingriffe. Vor Ort können auch Naturheilverfahren angeboten werden, dazu Therapien für psychische Kranke und Sterbebegleitung in Zusammenarbeit mit dem Flensburger Hospiz-Zentrum.

Was die früheren Fachärzte dazu bewogen hat, sich den breit gefächerten Aufgaben von Land- und Hausärzten zuzuwenden, erklärt Silke Bechthold so: „Wir bevorzugen die Nähe zum Menschen – und das in den meisten Fällen ihr Leben lang.“ Für diese Patienten bleibe man nicht wie in einer Klinik anonym oder nur für wenige Wochen ein Ansprechpartner.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen