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Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 13:53 Uhr

Klaus-Harms-Schule Kappeln : Abi-Feier: Rettung in letzter Sekunde

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Nach der Absage in Flensburg hält der Doppeljahrgang der Klaus-Harms-Schule seinen Abschluss-Ball nun in Silberstedt ab.

Eigentlich war alles eingetütet. Termin am 9. Juli, Sportland Flensburg, die Karten für 30 Euro inklusive Büfett im Verkauf: Für den Abi-Ball der knapp 160 Schüler der Klaus-Harms-Schule waren alle Vorbereitungen getroffen – und zwar mehr als rechtzeitig, was bei der enorm großen Schülerzahl eine kluge Entscheidung war. Genutzt hat es der Gruppe der Abiturienten, die sich um die Veranstaltung gekümmert hat, am Ende jedoch nichts. Irgendwann waren Flexibilität, Entscheidungsfreude und auch viel Verantwortung gefragt, damit der Abschlussjahrgang überhaupt noch zum Feiern kommen würde. All das allerdings sollte sich schließlich doch noch lohnen.

Ein Wasserschaden im Sportland war der Auslöser für einen ganzen Reigen an Schwierigkeiten, die folgen sollten – wenn das auch zunächst gar nicht den Anschein hatte. Abiturientin Annbrit Kalbus sagt: „Wir wurden zwar nicht benachrichtigt und haben das nur von Freunden und unserem Schulleiter gehört. Aber als wir dann selber dort nachfragten, wurde uns signalisiert, dass bis zu unserem Termin alles wieder in Ordnung sein würde.“ Das war im Februar. „Und darauf haben wir uns verlassen“, sagt Annbrit. Dann allerdings folgte irgendwann die Nachricht aus dem Sportland, dass eben doch nichts bis zum Juli in Ordnung sein würde, man dort aber gewillt sei, für die Gymnasiasten Alternativen zu suchen. Im April warfen die Flensburger Verantwortlichen die Konzerthalle „Roxy“ und den Handewitter Indoorspielplatz „Funpark“ in die Runde. „Aber das Roxy war zu klein, und im Funpark konnte man die Spielgeräte nicht abbauen“, erinnert sich Annbrit Kalbus. Das war Ende April – und der Moment, an dem alles wieder von vorne anfing. Malin Nissen sagt: „Danach haben wir von der dänischen Grenze bis Neumünster Hallen gesucht.“ Ein äußerst problematisches Unterfangen – nicht nur deshalb, weil das Kappelner Gymnasium nicht die einzige Schule ist, die in diesem Sommer einen Doppeljahrgang aus G  8 und G  9 entlässt, sondern auch, weil die Schüler zu dieser Zeit mitten in den Abiprüfungen steckten. Eckernförde, Kiel, Husum – die Abiturienten schlossen nichts aus auf ihrer Suche, merkten aber dennoch bald: „Entweder es war zu weit weg, schon belegt oder zu teuer“, sagt Malin.

Dann eröffnete sich die Chance auf eine Bootshalle in Niesgrau, 1000 Quadratmeter groß und damit eigentlich auch zu klein für den Jahrgang und seine Gäste, aber zumindest in der Nähe. Deshalb stellten die Schüler auch, als die Zusage für die Halle auf dem Tisch lag, ihre Mühen um einen anderen, größeren Ort nicht ein. Auch die Mehrzweck- und Sporthalle in der Hindenburgstraße und die Sporthallen der Klaus-Harms-Schule waren im Gespräch – scheiterten jedoch an der Umsetzung. Schulleiter Thomas Hellmuth erklärt: „Bei unseren Sporthallen hätten wir ein Sicherheitsproblem bekommen, weil die Durchgänge einfach viel zu eng sind.“ Und bei den Hallen in der Hindenburgstraße habe, so erzählen es die beiden Schülerinnen, die Stadt keine Genehmigung erteilt, weil der zumindest in einem Fall gerade neu verlegte Boden nicht leiden sollte. Trotzdem gewinnt Thomas Hellmuth dem Bemühen um diese beiden Orte etwas Positives ab. „Es war ein Signal, den Abi-Ball mal wieder in Kappeln stattfinden zu lassen“, sagt er.

Jetzt feiern die 157 Abiturienten in Silberstedt auf einem früheren Bundeswehrgelände, ein Ort, den die Absolventin Hanna Jacobsen aufgetan hat. Auch dort können sie eine etwa 1000 Quadratmeter große Halle nutzen, der Veranstalter setzt allerdings noch ein 550 Quadratmeter großes Zelt daneben. Band, Tresen, Tanzfläche im Zelt, Bühne und Bestuhlung im Gebäude – Annbrit Kalbus findet: „Es ist eine wirklich gute Location.“ Auch weil sie einen Veranstalter erwischt haben, der von Getränken über Technik bis zur Security alles regelt – in Niesgrau hätten die Schüler diese Dinge selber in die Hand nehmen müssen. Deshalb wollen die Abiturienten auch nicht von einer Notlösung sprechen. Annbrit lächelt, als sie sagt: „Ich glaube, es ist gut, dass es im Sportland nicht geklappt hat.“

Stress und Organisationsaufwand allerdings hat der harte Kern des Abi-Ball-Ausschusses (neben Malin und Annbrit zählten Hanna Jacobsen, Helen Lüth, Anica Johannsen, Kristina Kosjutenko und Philine Reisdorf dazu) noch einmal erleben und aufbringen müssen, aber auch, das betont Malin Nissen, jede Menge Unterstützung von Eltern erfahren. „Wir haben gelernt, dass wir wirklich eine Menge schaffen können, wenn wir zusammenhalten“, sagt sie. Und Annbrit Kalbus findet: „Wir haben viel diskutiert mit Erwachsenen, mussten Entscheidungen treffen, die wirklich Gewicht haben. Das Ganze war wie ein Schubs ins Erwachsenwerden.“ Und dabei, und das ist unter besonderem Stress nun wirklich bemerkenswert, auch für Erwachsene, habe es nicht einmal Streit gegeben.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 07:15 Uhr

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