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Schenefelder Tageblatt

03. Dezember 2016 | 01:27 Uhr

Dynamisch, schnell, intuitiv : Werke aus Finnland in der Galerie des Kunstkreises

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Anu Bär aus Finnland zeigt in der Galerie des Kunstkreises 14 ausdrucksstarke Portraits.

Schenefeld | Ein Fußballfan, dessen Gesicht am Freudenschrei schier zu zerbersten scheint. Die Pupillen in den verzückten Augen leuchten. Der aufgerissene Mund wirkt im Freudenmoment wie festgefroren. Die Künstlerin Anu Bär hat auf einem ihrer 14 Portraits einen Iren verewigt. Die Finnin bezeichnet die Malerei „als Virus“. Die hingebungsvolle Arbeitsweise ist den ausdrucksstarken Acryl- und Ölbilder im Zuge der Ausstellung „Anu Bär Bewegt“ anzumerken.

Geboren 1975 in Kokkola, Finnland; Abitur 1994 in Kokkola; Studium der Chemie, Mathematik und Physik an der Universität Oulu, Finnland; lebt seit 1999 in Deutschland; Studium der Germanistik, Psychologie und Skandinavistik an der Universität Hamburg, Studium der Schwedischen Sprache und Literatur an der Universität Lund, Schweden; Ausbildung in der Malerei und Zeichnung bei Marianne Elliott-Schmitz, Kunsthaus Schenefeld, Kurse in expressiver Aktmalerei bei Isabella Moog, Steinbergkirchen; ab 2015 freischaffende Künstlerin mit Schwerpunkt Portrait; Gruppenausstellungen im Rathaus Schenefeld sowie im Kunsthaus Schenefeld, Mitglied im Kunstkreis Schenefeld.

Das Portrait des irischen Fans entstand anhand einer Fotografie. „Ich male gern Menschen, die sich unbeobachtet fühlen“, erläuterte die Künstlerin. Sie versuche, den Ausdruck der Seele des jeweiligen Menschen in einem außerordentlichen Moment festzuhalten. Das ist ihr gelungen. Eine schmerzlich berührt aussehende Frau ist genauso zu finden wie von Schock und Zorn gezeichnete Männerprofile.

Die Bilder der Finnin wirken nicht nur dem Ausstellungstitel entsprechend „bewegt“, sondern entspringen einer sehr dynamischen Arbeitsweise. Bär malt nach eigenen Worten „schnell und intuitiv“. Sie werde selbst zum Betrachter des fertigen Werks. „Ich nehme den Betrachter während des Vorgangs mit, um die imaginäre Bewegung fortzusetzen“, erläuterte sie. Am Ende des Tages habe sie das Gefühl, „etwas bewegt zu haben“.

Die Schülerin von Marianne Elliott-Schmitz präsentiert zudem auf einem speziellen Tisch Kohleradierungen. Sie zeichnete den im Frühjahr verstorbenen Sänger David Bowie. „Bowie war eine Künstlerpersönlichkeit mit vielen Tiefen“, sagte die 41-Jährige. Sein Tod habe sie „sehr bewegt“.

Zahlreiche Kunstfreunde fanden sich in den Ausstellungsräumen gegenüber der Sparkasse Südholstein ein.
Zahlreiche Kunstfreunde fanden sich in den Ausstellungsräumen gegenüber der Sparkasse Südholstein ein. Foto: Heiderhoff
 

Vertreter der Schenefelder Kunstszene sind auf Kohlezeichnungen ebenfalls zu finden, etwa die Leiterin des Schenefelder Kunsthauses, Marianne Elliott-Schmitz, und die Kunstkreisvorsitzende Ursula Wientapper. Die Portraits sind in der im Stadtzentrum beheimateten Galerie des Kunstkreises, erstes Obergeschoss noch bis Donnerstag, 6. Oktober, zu sehen.

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