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Schenefelder Tageblatt

05. Dezember 2016 | 15:37 Uhr

Von Schenefeld auf den Süderhof

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

TV-Karriere Cora Sabrina Groetzner spielte die Rolle der „Molle“ in der ARD-Kultserie / Dreharbeiten in den Sommerferien

„Wir sind die Kinder vom Süderhof. Wir leben wie’s uns gefällt.“ Mallorca im Spätsommer 2016: Als der Ballermann-Sänger Mickie Krause seine neue Cover-Version des Titel-Songs der TV-Serie anstimmt, singt der ganze Saal mit. Textsicher schwelgen die Besucher in ihrer eigenen Kindheit. Die Kult-Serie „Neues vom Süderhof“ dürfte jeder kennen, der in den 1990er Jahren Kind oder Jugendlicher war. Ihre Jugend auf dem Süderhof verbracht hat die gebürtige Schenefelderin Cora Sabrina Groetzner, damals noch unter ihrem Geburtsnamen Grimm. Die Serie lief zwischen den Jahren 1991 und 1997. Groetzner spielte bei der zweiten Auflage ab 1995 Manuela „Molle“, die Tochter der Familie Brendel. Die heute 36-Jährige lebt mittlerweile in Hamburg mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihrem Sohn.

Ihre Karriere als Schauspielerin begann sie mit „Rennschwein Rudi Rüssel“, der Verfilmung des bekannten Kinderromans von Uwe Timm. Die Hauptrollen spielten damals Iris Berben und Ulrich Mühe als gestresstes Ehepaar Gützkow. Die Schenefelderin übernahm den Part der Tochter Betti.

Zum Film kam Groetzner über ihre Mutter. Die zeigte ihr eine Zeitungsanzeige einer Castingagentur. „Damals wurde ein braunhaariges Mädchen gesucht. Und die Beschreibung passte“, berichtet sie. Beim Vorsprechen reichte es zwar nicht für die Rolle. „Ich sah zu jung aus.“ Sie wurde aber aufgenommen in die Kartei und bekam so die späteren Engagements für „Rennschwein Rudi Rüssel“ und die Serie „Neues vom Süderhof“.


Latzhosen gegen die Weiblichkeit


Drei Sommerferien lang drehte sie auf dem fiktiven Süderhof, dem Baals Hof in Handeloh am Naturschutzpark Lüneburger Heide, der bis heute mit der Serie wirbt.

Sie erinnert sich gut an die Dreharbeiten. Beispielsweise weiß sie noch, dass die Mädchen häufig Latzhosen tragen mussten, weil sie jüngere Rollen spielten und die Brüste deshalb lieber nicht so sichtbar sein sollten. Die Schenefelderin lacht, wenn sie daran zurückdenkt.

Die Film-Crew sei wie eine kleine Familie gewesen. „Es hat mir immer Spaß gemacht.“ Besonders gefiel ihr, dass sie in völlig unterschiedliche Charaktere schlüpfen konnte. Häufig sei sie für eher „zickige Rollen “ besetzt worden. Sie wisse selbst nicht warum. Gestört hat sie das aber nicht. „Da kannst du das natürlich ordentlich ausleben.“ Die Mitschüler hätten auf ihre TV-Karriere unterschiedlich reagiert. Einige negative Reaktionen habe der Ruhm zwar auch nach sich gezogen. In ihrem Freundeskreis habe es aber keine Probleme gegeben. Der Vorteil der frühen Karriere war natürlich ein ordentliches Taschengeld. Sie habe ihr erstes Auto beispielsweise bar bezahlen können. „Das war schon geil.“

Nach der Kinderserie spielte sie noch in weiteren Serien wie „Großstadtrevier“ und lernte das Handwerk an der „Stage School“ in Hamburg. Letztlich entschied sie sich aber gegen die Schauspielerei. „Ich habe gemerkt, dass es nicht das Richtige ist für mich. Mir war es unangenehm, wenn ich erkannt wurde.“ Heute arbeitet sie als Büroleiterin für eine Gartenbaufirma in Hamburg. Ihre Jugend hat sie aber für immer auf Filmrollen gebannt. Wer kann das schon von sich sagen?

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erstellt am 08.Okt.2016 | 16:01 Uhr

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