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Schenefelder Tageblatt

06. Dezember 2016 | 22:58 Uhr

Von der Schule auf Udos Bühne

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

SerieDer Schenefelder Ole Feddersen im Porträt

Der gebürtige Schenefelder Ole Feddersen ist das Paradebeispiel für einen coolen Musiker: Er stellt sich direkt mit seinem Vornamen vor und plaudert herzlich, locker und offen über seine bisherige Karriere. Der Sänger hat zudem kein Problem damit, darüber zu sprechen, wie schwierig es ist, als selbstbestimmter Sänger im Haifischbecken der Musikindustrie zu überleben. „Der Frustfaktor in der Musikindustrie ist enorm hoch“, sagt er ehrlich.

Nachdem sein erstes Album im Jahr 2001 gefloppt war, hörte er zunächst auf mit der Musik. „Das war mir zu blöd und dann hatte ich keine Lust mehr“, gibt er zu. Bis ihn sein Freund Ben – ebenfalls Sänger – davon überzeugte, mit seiner Leidenschaft weiterzumachen und seinen Beruf als Tischler aufzugeben.

Bereut hat der 42-Jährige diesen Entschluss nie. „Musiker sein ist das, was ich liebe.“ Singen, Songs schreiben und auftreten – das war immer „der rote Faden“ in seinem Leben. Er könne mittlerweile „gut davon leben“. Unter anderem sang Feddersen für den Pixar-Film Cars die deutsche Version des Liedes „Our Town“ – unsere Stadt – ein. Er belegte bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest den fünften Platz. Nach seiner Zeit bei der Castingshow „The Voice of Germany“ 2012, bei der er zu den letzten zehn Kandidaten gehörte, hatte er verschiedene Projekte.

Schon früh arbeitete der Künstler mit der Hamburger Rock-Legende Udo Lindenberg zusammen – als Backgroundsänger und Duettpartner. Feddersen lebt mit seiner Freundin, Sängerin Nathalie Dorra, in der Kleinstadt Reinfeld. Es zieht ihn aber immer wieder in seine Heimatstadt Schenefeld. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm der Elbdörfer und Schenefelder Reitverein und die „legendären“ Partys am Stausee – und sein Gymnasium.

Denn Feddersen startete dort seine Karriere. „Lustigerweise erinnere ich mich immer zuerst an meinen Musiklehrer an der Schule“, erzählt der Sänger. „Der hieß Stefan Päßler. Und der hat das total gefördert und mich auch dazu motiviert, immer Musik zu machen.“ Feddersen sei ein „Störenfried“ gewesen. Es sei die Idee des Lehrers gewesen, seine Energie so zu kanalisieren. „Ich hab ihn auf meinem ersten Album auch gegrüßt und mich bei ihm bedankt.“

Gemeinsam mit Boris Lauterbach, der später mit „Fettes Brot“ durchstartete, und weiteren Jugendlichen, gründete er die Schulband. Dass Feddersen den Gesang übernahm, kam dadurch zustande, dass der Lehrer in ihm das größte Talent sah – und weil sonst niemand wollte. „Das ist ein bisschen so, wie wenn sich Kids zum Fußball spielen treffen. Keiner will ins Tor.“

Am Gymnasium Schenefeld haben auffallend viele junge Künstler ihre spätere Berufung gefunden. „Es lag hauptsächlich wirklich an den Lehrern, die Lust hatten, was zu machen“, sagt der 42-Jährige. Zudem gab es Proberaum und Instrumente, so dass große Investitionen seitens der Schüler nicht notwendig waren.

Auch nach der Schule blieb er bei der Musik. Und kam bald mit seinem späteren Freund Udo Lindenberg in Kontakt. Die erste Begegnung sei durch Feddersens Partnerin Nathalie Dorra zustande gekommen, die seit Langem zum Team der Background-Sänger gehört. Der Schenefelder konnte Eindruck schinden, indem er die Rock-Legende perfekt imitieren konnte. „Darüber hat er sich totgelacht“, erinnert sich Feddersen. Seitdem ist er ein wichtiger Bestandteil der Band. „Ich mach da alles. Ich singe, rappe, hampel rum.“

Später kam die Castingshow – wobei er selbst bis heute nicht der größte Fan von diesem Format ist. „Ich fands irgendwie witzig, aber irgendwie auch blöd.“

Mit Lindenberg geht er regelmäßig auf Tour. Vor zehn Leuten zu spielen sei aber deutlich schwieriger als vor 100  000, befindet der Sänger. Man bekomme die Reaktion des Publikums bei wenigen Zuschauern direkt mit.

Feddersen singt nicht nur. Er schreibt auch Songs mit und für andere Künstler, unter anderem für Lindenberg. Wobei schreiben aus seiner Sicht das falsche Verb ist. Er sitze ja nicht da und schreibe einen Song, sondern habe ihn bereits im Kopf und mache ihn dann nur noch „hörbar“.

Aktuell plant der gebürtige Schenefelder sein nächstes Album. „Ich versuche mich gerade wieder zu orientieren und stelle ein Team zusammen.“ Mit dem will er neu durchstarten.

Nach einer Stunde verabschiedet sich Feddersen. Nun geht es für ihn weiter. Er will mit seinen Eltern noch Kaffee trinken.


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erstellt am 24.Sep.2016 | 16:23 Uhr

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