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Schenefelder Tageblatt

04. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Flüchtlinge in Schenefeld : Umzug in Container-Unterkunft

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Das alte Postgebäude und das „Kurbad Rossi“ werden geräumt. Ende Juli ist dann der Einzug am Osterbrooksweg geplant.

Schenefeld | 264 Plätze auf drei Wohnebenen: Die größte Flüchtlingsunterkunft im Kreis Pinneberg ist fast fertig. Sie wurde in den vergangenen Wochen am Osterbrooksweg in Schenefeld aus Containern errichtet. Die Stadt investiert gut zwei Millione Euro. „Ende Juli kann sie belegt werden“, sagt Bauamtschef Andreas Bothing. Die Container wurden extra nach den Wünschen der Stadt angefertigt. Drei Meter breit, statt nur standardmäßige 2,50 Meter. Bis zu vier Personen können pro Container untergebracht werden. Nur Männer sollen dort einziehen.

Birgt diese große Einrichtung nicht auch ein großes Konfliktpotenzial? Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof widerspricht: „Die Wohnsituation wird sich entspannen. Wir werden die Container zunächst nur mit zwei Personen belegen. Die Flüchtlinge können sich sogar aussuchen, mit wem sie ein Zimmer teilen möchten.“ Die Stadt profitiert davon, dass der große Flüchtlingsstrom zurzeit versiegt ist. Auch Schenefeld werden vom Kreis kaum noch Flüchtlinge zugeteilt. Im vergangenen Jahr waren es zum Teil 15 Personen pro Woche.

Die aktuelle Situation in der alten Post sieht anders aus. Vier Personen pro Zimmer, mit mehr als 70 Flüchtlingen voll belegt. Wenn es in der Vergangenheit in einer Flüchtlingsunterkunft überhaupt Unruhe und Ärger gab, dann in dem Gebäude am Heisterweg, der ersten zentralen Unterkunft im Stadtgebiet. Die Post wird in den kommenden Wochen geräumt. Laut Bohting ziehen die Männer aus dem Irak, dem Iran, Syrien und Afghanistan in die Container. Auch die im „Kurbad Rossi“ untergebrachten Flüchtlinge werden in die neue Sammelunterkunft umziehen.

Das Areal wird mit einem Zaun gesichert und rund um die Uhr vom Wachdienst kontrolliert. Für das Wachpersonal gibt es einen eigenen Container. Es wird eine Zugangskontrolle geben. Die Stadt möchte wissen, wer sich in der Unterkunft aufhält. Alle Maßnahmen seien auch zum Schutz der Flüchtlinge nötig. Das hatten die Verantwortlichen im Rathaus immer wieder betont.

Nicht Abschottung ist das Ziel, sondern Begegnung. Bothing weist darauf hin, dass aus fünf Containern ein Aufenthaltsraum entsteht, der über eigene sanitäre Anlagen verfügt. „Hier sind Begegnungen möglich, ohne dass Besucher die Wohnanlage betreten müssen“, betont der Bauamtschef. Die Schenefelder Bürger können sich die Großunterkunft nach der Fertigstellung ansehen. Die Stadt wird dann zum „Tag der offenen Tür “ einladen.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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