zur Navigation springen

Schenefelder Tageblatt

11. Dezember 2016 | 12:58 Uhr

Camera Obscura in Schenefeld : Thorsten Berndt: Seine Fototechnik sticht hervor

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Thorsten Berndt aus Uetersen arbeitet mit einer mobilen Camera Obscura. Etwa 100 Werke im Schenefelder Rathaus.

Schenefeld | 190 Jahre sind vergangen, seit es dem Franzosen Joseph Nicéphore Niépce gelang, die erste fixierte Fotografie herzustellen, „Heliographie“, wie er es nannte. Als Kunst wurde die „Sonnenmalerei“ 1852 erstmals zur Kenntnis genommen. Was der Uetersener Fotograf Thorsten Berndt in den vergangenen 27 Jahren ihren künstlerischen Ausdruckformen hinzugefügt hat, ist derzeit im Schenefelder Rathaus zu betrachten.

Die etwa 100 Arbeiten umfassende Werkschau bleibt bis zum 7. August und kann montags bis sonnabends jeweils von 15 bis 17 Uhr, donnerstags auch von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Etwa 100 Kunstfreunde ließen sich vom sommerlichen Wetter nicht abhalten und strömten zur Vernissage in den Sitzungssaal. Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (SPD) war dabei, ebenso die Grünen-Landtagsabgeordnete Ines Strehlau, aber auch viele, die sich sonst nicht zu Veranstaltungen des Kunstkreises einfinden. Für Michael Behrens ein Grund zur Freude: „Hoffentlich überzeugt Sie dieser Tag, öfter mal zu uns zu kommen“, ermutigte der stellvertretende Vorsitzende Gäste in seiner Begrüßung.

Kunsthistorikerin Anne SimoneKrüger steht versonnen vor „Fenster aus einem Affenstall“, den einzigen Fotos mit etwas Farbe.
Kunsthistorikerin Anne SimoneKrüger steht versonnen vor „Fenster aus einem Affenstall“, den einzigen Fotos mit etwas Farbe. Foto: Stolzenberg

Dann übergab Behrens das Mikrofon an Anne Simone Krüger. Die junge Hamburger Kunsthistorikerin überzeugte mit einer fundierten Einführung in das Werk des Fotografen. Eingehend beschäftigte sie sich mit Berndts Motivwahl. Werkgruppen wie „Arbeitswelten“, „Lieblingsplätze“ und „Porträts“ oder mit geografischen Bezügen wie „Kurische Nehrung“, „Insel Helgoland“ und „Hallig Hooge“ spielen eine große Rolle. Das alles häufig aus ungewöhnlichen Blickwinkeln aufgenommen. „Mauerrest“ in Berlin zum Beispiel, ein Viertel von einem bemoosten Sägeblatt, ein alter Handschuh am Strand, im Sand schon fast verschüttet. Kleines entgeht ihm nicht, wie etwa zwei Halme „tanzender Farn“. Großes erst recht nicht. Ein mal zwei Meter groß ist ein Wolkenbild, aufgenommen mit Berndts mobiler Camera Obscura. In gleicher Größe gibt es eine Landschaft mit Birken. An letzterer wird das Hervorstechende dieser Aufnahmetechnik besonders deutlich: die Verschwommenheit der vom Luftzug bewegten Teile wie Blätter oder dünne Zweige gegenüber der Klarheit des unbewegten Stammes, Konsequenz einer 20 Minuten langen Belichtungszeit. Mit je 2500 Euro sind dies die teuersten Fotos der Ausstellung. Ein kleines Porträt oder ein Bild aus der Haseldorfer Marsch sind dagegen schon für 90 Euro zu haben.

Lautstarke musikalische Untermalung der Vernissage gab es auch. Dafür sorgten Dirk Iwen und sein Sohn Dustin. Vier Trommeln hatten sie dabei und zwischendurch hämmerten sie auch mal auf einen Tisch ein.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 25.Jul.2016 | 13:03 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen