zur Navigation springen

Schenefelder Tageblatt

07. Dezember 2016 | 09:41 Uhr

Schwimmen lernt man ohne Flügel

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Appell DLRG empfiehlt, die Ferienzeit zu nutzen

Die DLRG empfiehlt, die Sommerferien zu nutzen, um Kindern Schwimmen beizubringen. Auch wenn der ehemalige Vorsitzende die DLRG Schenefeld und Trainer Heinz Otto die Sommerferien nutzt, um sich ein wenig von seinen Schwimmkursen zu erholen, appelliert er an Eltern, aktiv zu werden.

Die in den vergangenen Jahren rapide gestiegene Zahl der ertrunkenen Kinder bezeichnet er als „alarmierend“. Wenn Eltern über entsprechende Kapazitäten verfügen, empfiehlt der ehrenamtliche Schwimmtrainer, aktiv zu werden. „Die Zeit des Chillens in den Ferien können Eltern wertvoll nutzen, um sich mit dem Element Wasser auseinanderzusetzen“, erläutert Otto wie auch die DLRG-Kindergartenteamer Dominique und Hartmut Koop.

Zum Hintergrund: Während im Jahr 2014 392 Mädchen und Jungen in Deutschland ums Leben kamen, waren es ein Jahr später schon 488 Kinder. Zu den Unglücksorten zählten in erster Linie Flüsse, Bäche, Seen und Teiche, aber auch Hafenbecken, Kanäle, Meer, Schwimmbad sowie Gartenteiche und private Schwimmbecken.

„Die Ferien eignen sich sehr gut, um Kinder an das Wasser zu gewöhnen sowie das Ausdauer-Schwimmen zu trainieren“, appelliert Otto. Sein Tipp: Bei der Wassergewöhnung sollten Eltern auf Schwimmhilfen verzichten. „Wir arbeiten bei der DLRG nicht mit Schwimmflügeln“, erläutert Otto. Es sei für die Trainer häufig sehr schwierig, den Kindern das Schwimmen mit Schwimmflügeln wieder abzugewöhnen. „Die Kinder sollen schwimmen lernen und nicht lernen, auf dem Wasser zu treiben“, sagt Otto.

Der DLRG-Experte bezeichnet das Tauchen im Zuge der Wassergewöhnung als „Nonplusultra“. „Wer entsprechend tauchen kann, verliert die Angst vor dem Wasser“, erläutert Otto. Aufsteigende Panik werde abgebaut. Doch er weiß aus Erfahrung, dass beim Tauchen häufig starke Hemmschwellen bestehen. „Das Problem ist vielfach, erst einmal den Kopf unter Wasser zu bekommen“, sagt Otto. Kontrolliertes Tauchen in der Badewanne, beispielsweise mit älteren Geschwistern, könne helfen. „Grundsätzlich lerne jedes Kind sehr unterschiedlich“, betont der ehemalige DLRG-Chef. Es sei wichtig, jedem Mädchen oder Jungen die entsprechende Zeit einzuräumen.

Otto bezeichnet es als sinnvoll, auch fortgeschrittene Kinder zu fördern und ihren jeweiligen Schwimmstand zu optimieren. Der Experte appelliert, die Kinder fortwährend zu beobachten. „So lange ein Kind nicht richtig schwimmen kann, darf man es nicht aus den Augen verlieren“, sagt der Experte. Richtiges Schwimmen beginnt bei Otto erst mit dem Erwerb des Silber-Abzeichens. Wer für das Basis-Schwimmabzeichen Bronze trainiert, sollte die jeweiligen Anforderungen nicht aus dem Blick verlieren. Um Bronze – den ehemaligen Freischwimmer – zu erwerben, müssen die Absolventen beispielsweise vom Beckenrand springen und mindestens 200 Meter in höchstens 15    Minuten schwimmen. Es gilt, einen Ring aus zwei Metern Tiefe heraufzuholen.

Wer DLRG-Mitglied ist, kann auch das Rettungsschwimmer-Abzeichen in Gold erwerben. Der Absolvent ist unter anderem in der Lage, 30 Meter Strecke zu tauchen und beim Tauchgang zehn Ringe einzusammeln.

Gefahren gibt es dennoch reichlich im kühlen Nass: „Auch unsere herausragenden Schwimmer müssen sich vor Tiedegewässern in Acht nehmen“, betont Otto. Beispielsweise habe ein Schwimmer der Gliederung in Kollmar sein gesamtes Können aufbieten müssen, um aus der Strömung herauszuschwimmen. „Die Elbe ist ein unglaublich tückisches Gewässer“, warnt der Experte. Ein abschließender Tipp: Eltern sollten Kinder im Alter von vier Jahren für Schwimmtraining auf die DLRG-Warteliste setzen. Ansprechpartnerin, auch für fortgeschrittene Kinder und Jugendliche, ist Michéle Wittenberg (Kontakt: per E-Mail an schatzmeisterin@hrs.dlrg.de). Das Abzeichen Gold können Kinder erst im Alter ab neun Jahren erwerben.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 15.Aug.2016 | 16:53 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen