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Schenefelder Tageblatt

08. Dezember 2016 | 05:10 Uhr

Tanz ist Männersache : Schenfeld feiert auf dem Flüchtlingskonzert

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefeld | „Hereinspaziert, hereinspaziert“, sangen Suzana Bradaric, Catharina Caspar und Ansgar Adamski von der Hamburger Band „Atmen mit Königen“, während immer mehr Menschen ins Jugend- und Kommunikationszentrum Schenefeld (Juks) drängten. Vor allem Neuankömmlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, aber auch etliche eingesessene Schenefelder kamen zu der Veranstaltung. Sitzgelegenheiten gab es nur wenige. „Wir machen heute ein Stehkonzert“, witzelte die Organisatorin, Flüchtlingskoordinatorin Stefanie Büsching.

Daraus ergab sich die zweite Besonderheit des Abends: Die Besucher kümmerten sich nicht sonderlich um die Musik. Sie formten stattdessen Grüppchen und plauderten. Genau das war ja auch Zweck der Veranstaltung: Menschen unterschiedlichster Herkunft miteinander ins Gespräch zu bringen. Es sei ihr erstes Konzert dieser Art, verriet Büschung, die sehr zufrieden mit dem Erfolg war.

Dabei lohnte es sich schon, den Musikern hin und wieder Aufmerksamkeit zu widmen. Ihre Lieder waren geistreich und witzig, ihre wechselnde Instrumentierung umfasste Gitarre und Hawaiigitarre, Sousaphon, Posaune, Geige, Waschbrett und eine Singende Säge. Als die Band zuende performt hatte, traten mehrere Flüchtlingsgruppen auf die Bühne und gaben Kostproben ihrer musikalischen Vielseitigkeit. Die Iranerin Noushzad Fatouhi verteilte Textblätter. Sie hatte ihre Lieder vorsorglich ins Englische übersetzt. „Im Iran darf das alles nicht mehr gesungen werden“, seufzte sie.

Einen politischen Akzent setzte auch Malek Chehbishat, Flüchtling aus der arabischen Enklave Ahwaz im Iran. Er drapierte sein Keyboard mit der inoffiziellen Flagge seiner Heimatstadt. Die Lebensfreude kam dabei nicht zu kurz. Schließlich wurde getanzt, für die Neu-Schenefelder eine reine Männersache.

Zahlreiche Kinder wiederum ließen sich vom „Hereinspaziert“ der Band nicht locken, sondern machten den Parkplatz des Juks zu ihrer Bühne. Hier wetteiferten sie mit Fahrrad-Kunststücken, alles freihändig natürlich.

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erstellt am 27.Mai.2016 | 16:30 Uhr

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