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Herzchen schlagen im Doppeltakt : Schenefelderin bloggt über ihren Alltag als Zwillings-Mutter

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Porträt: Janna Grammersdorf bloggt über ihren Alltag als Mutter von Zwillingen. Fast 39.000 Besucher.

Schenefeld | Als auf dem Ultraschallgerät beim Frauenarzt eindeutig zwei statt einem Herzchen schlagen, haben Janna (34) und Michael Grammersdorf (32) erst mal einen kleinen Schock. „Oh Gott, wir brauchen ein neues Auto“, ruft der werdende Vater aus. Die Werbetexterin schwankt zwischen totaler Freude und Respekt vor der anstehende Mammutaufgabe. Als Janna Grammersdorf die zwei Herzen der kleinen Jungs schlagen sieht, ist auch der Name ihres eigenen Blogs geboren: Doppelherzchen.

Online schreibt sich die Schenefelderin neun Monate lang alles von der Seele, was sie während der Schwangerschaft beschäftigt: Angefangen mit Tipps zur Ernährung, über Yoga bis hin zu Dekotipps im Kinderzimmer. Richtig erfolgreich wird ihr Zwillings-Blog aber erst durch die vielen kleinen Geschichten, in denen sie ihre Leser in die Seele einer werdende Mutter blicken lässt. Fast 39.000 Besucher waren bisher auf der Seite der gebürtigen Emsländerin, die mit ihrem Mann im vergangenen Herbst von Hamburg nach Schenefeld gezogen ist. Nun berichtet sie aus dem Alltag mit Zwillingen, denn Levi und Lasse sind gesund und munter auf der Welt. Vom Rülpsen, Pupsen, ständigen Augenringen und Katastrophen im Zwillingsalltag handeln die Einträge.

Während des Pressetermins wollen die Säuglinge offensichtlich einen guten Eindruck hinterlassen, denn sie schlafen ruhig und friedlich in ihren Bettchen. Den Blog sieht die Mutter als Erinnerungsstütze. „Irgendwann kann ich das dann den Jungs präsentieren. Für mich ist das ein virtuelles Tagebuch, weil man so vieles schnell wieder vergisst.“

Eines ist ihr dabei aber wichtig: Die Gesichter der Babys will sie online nicht zeigen. Das würde die Privatsphäre der Kinder verletzen, findet die Mutter. „Außerdem weiß man nie, wo die am Ende landen.“ Nette Kommentare gibt es aber auch für kleine Füßchen oder Hinterköpfe, hat die Bloggerin festgestellt. Vor allem Frauen sind es, die sich für die Geschichten der Schenefelderin interessieren. Es gebe aber auch Männer unter ihren Fans. Grammersdorf schreibt ehrlich und unverblümt. Zum Beispiel, wenn die Hormone durchdrehen. Ein Blatt vor den Mund nimmt sie nicht. So handelt ein Beitrag davon, dass sie an der Kasse im Supermarkt von Unbekannten bereits auf Schwangerschafts-Hämorrhoiden, einen möglichen Dammriss bei der Geburt oder die Möglichkeit, ihre Plazenta in Creme umzuwandeln, angesprochen wurde. Diese „Splattergeschichten“ hätten die werdende Mutter so irritiert, dass sie das der Welt mitteilen wollte. „Solche persönlichen Geschichten werden am meisten gelesen“, sagt Grammersdorf.

„flippige Großstädterin“

Der Neustart in Schenefeld fiel der Mutter zunächst schwer. Sie habe sich immer als „flippige Großstädterin“ gesehen. Ein Reihenhaus mit Gartenzwerg war für sie spießig. In Hamburg seien die Wohnungen in der erforderlichen Größe aber schlicht nicht erschwinglich gewesen. Mittlerweile hat die Blogerin sich mit ihrer neuen Heimat angefreundet. „Die Bahnanbindung nach Hamburg über Halstenbek ist gut. Und es ist nicht so anonym hier. Unsere Nachbarn haben uns ganz lieb aufgenommen“, erläutert sie. „Hier ist es eben etwas dörflicher“, ergänzt ihr Mann.

Nach ihrer Elternzeit will die Mutter wieder als Texterin in einer Werbeagentur im Schanzenviertel arbeiten. Allerdings mit reduzierter Stundenzahl. Das Agenturleben beginne für die meisten Mitarbeiter früh morgens und ende spät am Abend. Ausgehend von Reaktion ihrer Leser herrscht unter den werdenden Müttern große Unsicherheit, so Grammersdorf. „Viele sind mitteilungsbedürftig. Das merkt man.“ Bei Zwillingen besteht für die Schenefelderin die größte Herausforderung darin, beiden gerecht zu werden. Durch den Blog habe sie aber andere Zwillingsmütter kennengelernt, mit denen sie sich austauscht. Gemeinsam geht eben vieles leichter.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 13:00 Uhr

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