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Schenefelder Tageblatt

04. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Schenefeld/Hamburg : Neuer Lebensraum für Fledermäuse

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Umfangreiche Renaturierung durch Forschungszentrum XFEL. Uferbiotope und Erdwälle angelegt.

Schenefeld | Nach Abschluss der von XFEL finanzierten und koordinierten Renaturierungsarbeiten fließt die Düpenau im Gebiet um den Röntgenlaser zwischen Hamburg-Osdorf und Schenefeld wieder in einem natürlichen Flussbett mit umgebenden Feuchtgebieten. Das teilte Bernd Ebeling, Sprecher des Forschungs-Campus, gestern mit.

Mehr als 130 Jahre lang hatte die Bachregulierung die Düpenau in einen künstlichen Kanal gezwängt. Die bei der Renaturierung entstandenen Uferbiotope schaffen laut Ebeling nun gemeinsam mit neu angelegten Knicks, also von Gehölzen bewachsenen Erdwällen, Lebensräume für zahlreiche Tier- und Vogelarten.

XFEL hat an der Düpenau neue Uferbiotope geschaffen.
XFEL hat an der Düpenau neue Uferbiotope geschaffen. Foto: XFEL
 

Die Renaturierungsarbeiten sind Teil der bereits vor Beginn des Baus geplanten und von XFEL finanzierten Kompensationsmaßnahmen, die in enger Kooperation mit dem Bezirksamt Altona, der Behörde für Umwelt und Energie der Stadt Hamburg, der Stadt Schenefeld und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg durchgeführt wurden. In den teilweise jahrhundertealten Ökosystemen der Osdorfer und Schenefelder Feldmark, die an das European XFEL-Betriebsgelände angrenzen, findet sich eine artenreiche Pflanzenwelt. Etwa um das Jahr 1880 wurde die Düpenau, die die Region mit Wasser versorgt, im Zusammenhang mit der Umwandlung des ehemaligen Moorgebietes in landwirtschaftlich genutzte Flächen in einen geraden Kanal verlegt.

Neue Knicks angelegt

Nun windet sich der Fluss erneut auf mehr als einem Kilometer durch das Land, und die neuen Ufer bieten Fröschen und Stichlingen einen geeigneten Lebensraum. Jenseits der Flussufer haben Fachleute darüber hinaus weitere Feuchtgebiete und Röhrichtflächen angelegt, die Grund- und Oberflächenwasser speichern. Nördlich und südlich des European XFEL-Geländes hat die Stadt Hamburg ebenfalls mit Mitteln von XFEL Renaturierungsarbeiten durchgeführt und abgeschlossen.

In den vergangenen Jahren hat XFEL in der Feldmark neue Knicks angelegt. Knicks dienten ursprünglich zur Begrenzung des Weidelands und beherbergen viele Pflanzenarten, darunter Gewöhnlicher Schneeball, Schwarzer Holunder, Espe, Weißdorn und Bergahorn. In den Bäumen und Büschen der Knicks finden viele Vogelarten Brutplätze und Rauhautfledermäuse Rückzugsgebiete. Die Blütenpflanzen in den Hecken bieten Nahrung für Bienen und andere Insekten. Die zwischen den Knicks liegenden Grasflächen sind Lebensraum für den Kiebitz, dessen Bestände in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen sind. Einer der neuen Knicks verläuft entlang des neuen Fußwegs, der vom Eingang des Forschungsgeländes Richtung Schenefelder Holt führt.

Außerdem hat das Forschungszentrum heimische Baum- und Straucharten wie Hängebirke, Rotbuche, Esche oder Stieleiche gepflanzt, die ebenfalls Nistmöglichkeiten für verschiedene Vogelarten bieten. Weitere umfangreiche Pflanzmaßnahmen werden laut Ebeling im Herbst 2016 und Winter 2017 folgen.
 

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erstellt am 26.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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