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Schenefelder Tageblatt

07. Dezember 2016 | 13:37 Uhr

Näh-Fee trifft auf Plätzchenbäcker

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Freiwilligen-Initiative Der (M)Austausch Schenefeld, Lurup und Pinneberg feiert 20 Jahre Nachbarschaftshilfe in der Region

Während Anna hervorragend Plätzchen backen kann, liebt Margret es, vor dem Fernseher in Ruhe zu bügeln. Andreas kann helfen, wenn der alte Toaster mal wieder streikt. Nun geht Annas Toaster kaputt. Andreas mag zwar keine Plätzchen, bräuchte aber jemanden, der seine Hemden bügelt. Dieser hypothetische Fall wäre eigentlich eine unlösbare Aufgabe, wenn es den Tauschring (M)Austausch nicht gäbe. Seit 20 Jahren helfen sich Mitglieder der Initiative, die in Schenefeld, Hamburg-Lurup und Pinneberg aktiv ist. Am Sonntag, 6.      November, wird gefeiert (siehe Kasten).

Die frühere Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schenefeld, Katja Zenk, hat den Tauschring ins Leben gerufen. Zunächst sollte er Frauen ermöglichen, ihre oft unterschätzten Gaben und Talente füreinander einzusetzen. Seit 1998 dürfen auch Männer mitmachen. Der Tauschring funktioniert wie eine erweiterte Nachbarschaftshilfe: Für jede Stunde Einsatz gibt es eine Zeitgutschrift, die bei jedem Mitglied des Tauschringes eingelöst werden kann. Die Währung bezeichnen die Teilnehmer als Mäuse. „Dadurch ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, einander zu helfen, und es entstehen auch Freundschaften“, erläutert Sandra Wulff (51). Die Schenefelderin ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Derzeit machen 30 Nachbarschaftshelfer mit. Es dürfen aber gern noch mehr werden: Die monatlichen Treffen sind öffentlich.

Dort wird vermerkt, welche Talente eingesetzt werden. Mit den Mäusen wird bezahlt. Zehn Mäuse ergeben eine halbe Stunde Arbeit. Das Ganze wird streng überwacht von Margitta Struß, die die Buchungsstelle betreut.

Nähen, Dekorieren, Fensterputzen, Bügeln, Gartenarbeit: „Die Möglichkeiten zu helfen sind vielfältig“, sagt Wulff. Bügeln sei immer wieder sehr stark nachgefragt, ebenso wie kleine handwerkliche Tätigkeiten. „Man kann aber keinen professionellen Handwerker damit ersetzen“, stellt Wulff klar.

Die Mitglieder der Initiative treffen sich auch zu geselligen Treffen wie der Weihnachtsfeier. Da die Helfer momentan zwischen 30 und 80 Jahre alt sind, ist die Gruppe bunt gemischt. Die meisten Teilnehmer sind zwischen 40 und 55 Jahre alt. Die Gruppe ist aber offen für jeden. „Menschen, die sich sonst nicht treffen würden, lernen sich bei uns kennen“, sagt Wulff.

Beim (M)Austausch könnten zudem Fähigkeiten gezielter genutzt werden, findet Brigitte Ehling (56), Kassenwartin. Ein Problem sei es, dass einige einzelne Talente mehr gefragt sind als andere. Das ließe sich letztlich nicht lösen, räumen Wulff und Ehling ein. Man bemühe sich aber, dass die Mäuse ständig im Fluss bleiben. Es stehe jedoch jedem, der mitmacht, frei, wie stark er sich zeitlich engagiere.

„Den Solidargedanken finde ich klasse“, ergänzt Wulff. Ihr gefällt es, dass jede Tätigkeit gleichwertig ist. Egal wie anspruchsvoll die jeweilige Leistung ist. Ob jemand putzt oder einen Brief für eien Rechtsanwalt aufsetzt – der zeitliche Aufwand zählt.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 16:29 Uhr

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