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Schenefelder Tageblatt

04. Dezember 2016 | 19:28 Uhr

Schenefeld : Nach 125 Lesungen: Abschied mit ein bisschen Wehmut

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Georg und Ursula Martinsteg – beide Jahrgang 1930 – ziehen sich nach der 125. plattdeutschen Lesung zurück. Am 11. Mai wird im Juks gefeiert.

Schenefeld | Nach der 120 wollte sich Georg Martinsteg mit seiner Frau Ursula im November 2015 aus der ersten plattdeutschen Reihe zurückziehen. So sein Plan. Umgesetzt hat er ihn nicht. „Auf Wunsch einer einzelnen Dame haben wir uns entschlossen, bis zur 125 weiterzumachen.“ Martinsteg lächelt. Die einzelne Dame war niemand anderes als Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Und die hat mit ihrem Wunsch der Schenefelder Plattdeutschgemeinde aus dem Herzen gesprochen.

Fünf Monate haben die Martinstegs – beide Jahrgang 1930 – noch einmal draufgepackt, an jedem zweiten Mittwoch im Monat bei Kaffee und Keksen zur plattdeutschen Lesung ins Juks geladen. Jetzt ist Schluss, endgültig. Die 125 ist geschafft. Bei der großen Abschiedsgala am 11. Mai im Juks werden mehr als 200 Besucher erwartet.

Georg Martinsteg freut sich auf diesen plattdeutschen Abend, erinnert sich gern zurück an die Veranstaltungen anlässlich der 50., der 75. und der 100. Lesung. Feste des Plattdeutschen. Ein bisschen Wehmut schwingt mit. Bis zuletzt haben Schenefelds Marathon-Vorleser ihr Publikum erreicht. „Vor zwei Monaten waren plötzlich sogar 50 Leute da“, erinnert sich der 85-Jährige. Im Schnitt waren es 25, die den Geschichten lauschten, manchmal auch eigene Texte vortrugen. Die Lesungen werden seit zehn Jahren vom Schenefelder Seniorenbeirat organisiert. Als Martinsteg am 8. März 2006 zum ersten Mal im Juks las, hätte er im Traum nicht daran gedacht, dass er gemeinsam mit seiner Ursula mal die 125 knackt. Seit 1960 lebt er in Schenefeld, hat sich immer als Bewahrer des Niederdeutschen verstanden und musste doch mit ansehen, wie immer weniger Menschen das Plattdeutsche annahmen und sprachen. „Das ist ein Stück Kultur“, betont das ehemalige Mitglied des Seniorenbeirats. Für ihn persönlich eine große Leidenschaft. „In unserem Schlafzimmer steht ein zwei Meter langes Bücherregal mit plattdeutschen Autoren.“

Das Engagement des Schenefelder Ehepaares wurde anerkannt. 2013 wählten ihn die Leser dieser Zeitung im Kreis Pinneberg zum „Mensch des Jahres“. 2014 erhielten die Martinstegs den Ehrenpreis der Stadt Schenefeld. Sie sind froh, dass es auch nach ihrem Ausscheiden weiter geht, dass mit Manfred Eckhof ein Nachfolger gefunden wurde. Am 11. Mai wird sich der Plattschnacker beim Lesen zurückhalten. Geschichten, Theater, Lieder: An diesem Abend hören und sehen die Martinstegs einfach auch mal zu.

Eintrittskarten für den Plattdeustchen Abend im Juks am Osterbrooksweg kosten acht Euro. Sie werden am Donnerstag, 28.  April, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr im Rathaus am Holstenplatz verkauft. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.
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erstellt am 21.Apr.2016 | 12:15 Uhr

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