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Schenefelder Tageblatt

10. Dezember 2016 | 04:15 Uhr

Mit Bewegung besser Leben mit der Herzkrankheit

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Reha-Sport bei Blau-Weiß 96 Schenefeld feiert am Sonntag 40-jähriges Bestehen der Trainingsgruppen

„Wir zeigen den Menschen, dass sie ihrer Erkrankung nicht ausgeliefert und nur auf Ärzte angewiesen sind, sondern selbst etwas für sich tun können“, sagt Gela Linne, eine der Trainerinnen der Herzgruppen bei Blau-Weiß 96 Schenefeld. Diese Gruppen gibt es inzwischen seit 40 Jahren. Der runde Geburtstag wird am Sonntag, 9. Oktober, ab 15 Uhr im Gemeindesaal der Stephanskirche mit den Mitgliedern der Herzgruppen und geladenen Gästen gefeiert.

„Beim Start waren wir Vorreiter im Kreis Pinneberg“, blickt Linne auf die Anfänge zurück. Der Herzsport habe damals noch in den Kinderschuhen gesteckt. Der Kardiologe Dr. Detlef Krause, Krankengymnastin Gertrud Püschel sowie Marga Gätjens und Siegfried Wichmann von Blau-Weiß 96 hatten 1976 die Idee, eine Herzgruppe in Schenefeld ins Leben zu rufen. Mit gerade einmal vier Teilnehmern startete Blau-Weiß 96. Inzwischen sind es mehr als 50, die regelmäßig trainieren.

„Es wurde erkannt, dass es falsch ist, Menschen nur zu schonen, wenn sie unter Herzerkrankungen leiden“, nennt Linne die Motivation für die Gründung von Herzgruppen. Bis zu den 1960-er Jahren hätten Ärzte Patienten nach einem Herzinfarkt möglichst viel Ruhe verordnet. Erst Anfang der 1970-er wurde in Hamburg die Landesarbeitsgemeinschaft für Prävention und Rehabilitation gegründet und der Herzsport immer populärer. Der Stellenwert von systematischer und dosierter körperlicher Aktivität nach Herzerkrankungen sei inzwischen unbestritten und Betroffene hätten einen Anspruch auf Reha-Sport, der vom Arzt verschrieben werde, so Linne. „Es ist im Prinzip genauso, als wenn Tabletten verordnet werden.“

Das Herz sei ein Muskel. „Und Muskeln verkümmern, wenn sie nicht genutzt werden. Das bedeutet, man muss etwas für sie tun“, erklärt die Trainerin. Die Reha-Sportgruppen sind schon längst fester Bestandteil des Vereinslebens. „Wir wollen für alle da sein und Sport für jeden anbieten“, betont Linne, die seit 15 Jahren eine der Herzgruppen-Trainerinnen in Schenefeld ist.

Bei Blau-Weiß 96 Schenefeld gibt es momentan insgesamt drei Reha-Gruppen, die nicht mehr wie früher „Infarktgruppen“, sondern „Herzgruppen“ heißen. Sie werden von drei speziell ausgebildeten Trainerinnen geleitet und bei den Treffen auch zusätzlich ärztlich betreut. Der Verein ist mit seinen Gruppen zudem seit dem Start Mitglied der „Landesarbeitsgemeinschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Hamburg, HerzinForm“. >  

www.bw96.de






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