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Schenefelder Tageblatt

26. März 2017 | 19:13 Uhr

Martje Lott vereint im Verein

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Blau-Weiß 96 19-Jährige ist neue Integrationslotsin

Martje Lott redet schnell. Die Ideen sprudeln nur so aus der quirligen wie engagierten jungen Frau heraus, besonders wenn es um ihre Tätigkeit geht. Die 19-Jährige ist die neue Integrationslotsin beim Schenefelder Sportverein Blau-Weiß 96.

Die Halstenbekerin hat bereits in ihrer Heimatgemeinde viel Erfahrung gesammelt, wenn es um die Integration von Flüchtlingen geht. Ihre Familie hat mehrere Geflüchtete zu Hause aufgenommen. Lott hat mehrere Ausflüge organisiert, beispielsweise zu Konzerten in Hamburg oder zum Miniaturwunderland. Nächste Woche geht es mit einer Gruppe in die Elbphilharmonie. Sie baute auch eine eigene Mädchengruppe auf und war Helferin in den Flüchtlingscafés in Halstenbek und Schenefeld. Für die katholische Gemeinde war Lott ebenfalls aktiv, hat einen Spendenlauf mitgeplant. Aus der langen Liste wird deutlich: Organisation ist ihr Ding. Die Halstenbekerin hat 2016 in Schenefeld Abitur gemacht. Jetzt studiert sie Erziehungs- und Bildungswissenschaften in Hamburg.

Die bisherige Integrationslotsin Miriam Rutz hatte Lott angesprochen, ob sie nicht ihre Nachfolgerin werden wolle. Rutz hat einen Job in Hamburg angenommen und steht deshalb nicht mehr zur Verfügung. Lott war begeistert von der Idee. Nun ist sie die Schnittstelle von Sportverein, Kommune und Flüchtlingen. Integration durch Sport: So lautet das Ziel. Dienstags gibt es ein integratives Fußballtraining, für das sie Ansprechpartnerin ist. Von 16.30 bis 17.30    Uhr wird auf dem Grandplatz an der Blankeneser Chaussee gekickt. Die integrative Sportgruppe trifft sich ebenfalls dienstags von 20 bis 21.30 in der Turnhalle der Grundschule Altgemeinde im Wurmkamp. Diesen Kursus leitet die 19-Jährige selbst. Je nach Interesse steht mal Kampfsport, Badminton oder Volleyball auf dem Programm. Lott ist selbst begeisterte Volleyballspielerin und Reiterin. Ihr langfristiges Ziel ist, die Flüchtlinge in die bestehenden Sparten zu integrieren. Bei der DaZ-Klasse klappt das schon ganz gut. Bei den Älteren gebe es auch schon mal Schwierigkeiten, wenn es um Pünktlichkeit und Verlässlichkeit geht. Die Integrationslotsin ist sich aber sicher: „Sport ist ein sehr gutes Bindeglied. Darüber lassen sich leicht Kontakte knüpfen. Fußball wird in fast jedem Land gespielt.“

Finanziert wird ihre Teilzeitstelle vom Bundesministerium des Innern und vom Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein. Dazu gehören auch regelmäßige Fortbildungen. Eigentlich ist es nur ein Minijob, der zehn Stunden beinhaltet. Lott verbringt aber mehr Zeit damit, um sich um die Integration der Flüchtlinge zu kümmern. „Es macht mir eben Spaß“, sagt sie. „Die verschiedenen Menschen und Kulturen finde ich total spannend. Ich habe schon so viel gelernt. Durch mein Alter werde ich eher als Schwester oder Freundin gesehen. Dadurch erzählen mir die Flüchtlinge sehr viel.“ Bei den Gesprächen müsse sie aber auch einiges aushalten. „Ein Flüchtling hat mit ansehen müssen, dass seine ganze Familie erhängt wird.“ Lott schätzt, dass etwa zehn Prozent der Geflüchteten traumatisiert sind. Wenn sie davon erfährt, vermittelt sie die Betroffenen weiter. „Ich bin keine Psychologin.“

Insgesamt gefällt ihr die Arbeit aber sehr gut. „Es ist ein toller Job. Ich kann viel frei entscheiden.“ Wer mehr über die Kurse erfahren möchte, kann die Integrationslotsin unter Telefon (0159) 06  03  73  82 erreichen.

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martje@bw96.de

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erstellt am 10.Mär.2017 | 16:24 Uhr

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