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Schenefelder Tageblatt

09. Dezember 2016 | 03:08 Uhr

Mit Kommentar aus der Redaktion : Lösung in Schenefeld: Grünes Licht für den Aldi-Neubau

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Politik stimmt dem Bebauungsplan an der Friedrich-Ebert-Alllee zu. Investor einigt sich mit kritischen Anwohnern.

Schenefeld | Grünes Licht für den Aldi-Neubau an der Friedrich-Ebert-Allee: Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt haben in der jüngsten Sitzung im Schenefelder Rathaus dem Entwurf des B-Plans zugestimmt. Nun werden die Dokumente öffentlich ausgelegt. Parallel beteiligt die Verwaltung die Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange. Laut Stadtplaner Ulf Dallmann soll dies im Januar erfolgen. Vorher muss die Ratsversammlung im Dezember dem Vorhaben noch zustimmen.

Das jetzige Gebäude soll im kommenden Jahr abgerissen und zurückgesetzt neu gebaut werden. Die Parkplätze liegen dann direkt an der Straße. Dies hatte in der Vergangenheit für heftige Diskussionen gesorgt. Grüne und BfB hatten sich dagegen ausgesprochen, um Lückenbebauung zu vermeiden. Mathias Schmitz (Grüne), Ausschussvorsitzender, blieb dabei. Die Parkplätze „zerstören das Straßenbild“, sagte er. „Gebäudekörper gehören an die Straße.“ Manfred Pfitzner (BfB) kritisierte: „Bei einem fast sechs Meter hohen Gebäude, das 60 Meter lang ist, da schauert es mir davor.“ Die beiden Fraktionen wurden allerdings überstimmt.

Aldi investiert laut Hans-Wilhelm Groth, Geschäftsführer des Investors Groga, drei Millionen Euro. Die Verkaufsfläche beträgt 1200 Quadratmeter. Der jetzige Markt hat 900 Quadratmeter Fläche. Der Investor hatte während der Planung viele Kritikpunkte der Anwohner einfließen lassen. Dafür gab es Lob von großen Teilen der Politik. Holm Becker (CDU) sagte, er habe es bisher noch nie erlebt, dass ein Bauträger fast alle Wünsche berücksichtigt habe. „Andere versuchen, ihr Ding durchzudrücken. Das ist ein Stück gelebte Stadtplanung.“ Kai Harders (SPD) stimmte dem zu. Dass 18 Punkte in die Planung eingeflossen seien, sei vorbildlich.

Ein Kritikpunkt der Anwohner war der Lärm. Durch eine Einhausung der Rampe sowie des Standortes der Karton- und Papierpresse wurde der Lärmschutz verbessert. Lärmarme Haustechnikanlagen auf dem Dach werden zusätzlich so weit wie möglich nach Süden verlagert. Anlieferungen bei Nacht wird es nicht geben. Im Durchführungsvertrag ist dies festgelegt.

Auch über eine mögliche Verschattung und Beeinträchtigung der Wohnqualität klagten die Einwohner. Zur Minderung des Eingriffes durch den Neubau wird der nördliche Teil des Gebäudes mit einem begrünten Dach versehen. Außerdem erhalten die Fassaden Verblendung aus Klinkern. Zwischen den Gebäuden soll es laut Verwaltung zudem neun Meter Abstand geben.

Kommentar: Vorbildlicher Schulterschluss

Das Verhalten des Investors Groga, der den neuen Aldi-Markt für Schenefeld plant, ist vorbildlich. Im Vorfeld kochten die Emotionen hoch, die Anwohner gingen auf die Barrikaden. Sie fürchteten Lärm, einen Wertverlust ihrer Immobilien und den Blick auf die meterlange Betonwand vor ihrer Nase.
Statt auf Konfrontation setzte der Investor auf Kooperation. Nach und nach wurden fast alle Kritikpunkte aufgenommen und in die Planungen eingearbeitet: Der Lärmschutz wurde deutlich verbessert, die Fassade soll nun begrünt, der Abstand der Gebäude vergrößert werden.
Dieses Verhalten sollte Schule machen. Denn ein Schulterschluss und folglich eine gute Nachbarschaft ist für alle Seiten angenehmer.
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erstellt am 29.Nov.2016 | 16:10 Uhr

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