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Schenefelder Tageblatt

28. September 2016 | 10:31 Uhr

Bakterien im Wasser : Legionellen im neuen Kindergarten

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Kreisverwaltung stellt eine zu hohe Wasserbelastung in der Kita Biene Sonnenstrahl fest. Jetzt sollen Spülungen das Problem beheben.

Schenefeld | Sie sind winzig klein und immer wieder ein Ärgernis für Schul- und Kitaleitungen: Legionellen sind zwar für die meisten Menschen ungefährlich – müssen aber dennoch bekämpft werden. Am Freitag stellten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung fest, dass die Grenzwerte in der Kindertagesstätte Biene Sonnenstrahl in der Lindenallee in Schenefeld überschritten wurden. Das bestätigte die Verwaltung gestern auf Anfrage.

Wer glaubt, dass Legionellen nur eine Gesundheitsgefahr in Kitas, Schulen und Sporthallen darstellen, der irrt. Auch in heimischen Wasserleitungen vermehren sie sich aus den gleichen Gründen: stehendes Wasser und zu geringe Temperaturen. Melf Kayser, Büroleiter bei der Stadt Schenefeld, rät deshalb, die Temperatur bei der Warmwasseraufbereitung auf die maximale Temperatur – deutlich über 60 Grad– zu stellen. Nutzt man den Energiesparmodus um die 40 Grad, würden sich die Bakterien explosionsartig vermehren. Auf keinen Fall sollte die Zirkulationspumpe abgestellt werden. Leitungen, in denen das Wasser steht, sollten regelmäßig durchgespült werden. Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad. Die Bakterien können unter anderem eine  schwere Lungenentzündung auslösen, die tödlich verlaufen kann.

Auch andere Kitas waren in der Vergangenheit bereits betroffen. Nun die Kita in der Lindenallee, die erst im März 2015 eröffnet worden war. 1,4 Millionen hat der Neubau gekostet. Träger der Einrichtung ist das Förderzentrum Friedrichshulde.

Es scheint, als seien heute mehr Kitas und Schulen von den Bakterien befallen als früher. Immer wieder werden Fälle bekannt. Trügt das Gefühl? Nein: Tatsächlich würden mehr Fälle als früher festgestellt, sagt Melf Kayser, Büro-Chef im Rathaus in Schenefeld. Dies liege aber zum einen daran, dass die Grenzwerte vor einigen Jahren deutlich gesenkt wurden. Zum anderen seien die Kontrollen nun verpflichtend und es werde deshalb häufiger untersucht, ob die Anzahl der Bakterien im Wasser zu hoch ist. Legionellen seien „ein gängiges Problem“.

Bei der Kita Biene Sonnenstrahl geht Kayser davon aus, dass die Temperatur bei der Warmwasseraufbereitung zu niedrig war. Denn liegt die Temperatur im Boiler bei 40 Grad, würden die Bakterien sich schlagartig vermehren, so Kayser. Legionellen seien zwar nur für Neugeborene und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich, dennoch seien sofort Maßnahmen eingeleitet worden. Zunächst werden in Abstimmung mit der Kita zeitnah Filter auf die Wasserhähne gesetzt. Danach sollen die Wasserleitungen über einen Zeitraum von zwei Wochen mit sehr heißem Wasser gespült werden. Dass Problem sollte sich so von selbst erledigen, da die Leitungen neu sind. Danach werden erneut Proben genommen. Bis die Ergebnisse vorliegen, dauert dies allerdings etwa zwei Wochen, schätzt der Büroleiter. Die Verantwortlichen der Kita waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 12:15 Uhr

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