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Schenefelder Tageblatt

09. Dezember 2016 | 18:36 Uhr

Lagerfachkräfte verzweifelt gesucht

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Unternehmensbesuch Landtagsabgeordnete Ines Strehlau (Grüne) informiert sich über Probleme bei der Ausbildung in Schenefeld

Der Fachkräftemangel ist auch in Schenefeld ein großes Problem. Sven Prüfer, zuständig für Controlling, Marketing und Ausbildung bei dem Schenefelder Unternehmen Hanseatischer Food Service, beklagte gestern, dass es sehr schwierig sei, Auszubildende für den Beruf der Lager- und Logistikfachkraft zu finden. Und das, obwohl die Weiterbildungs-, Verdienst- und Aufstiegschancen in der Branche hervorragend seien, wie Frauke Ibs von der IHK Kiel, Niederlassung Elmshorn, im Gespräch unterstrich.

Gestern stattete die Landtagsabgeordnete Ines Strehlau (Die Grünen) dem Unternehmen einen Besuch ab, und informierte sich über die Ausbildungssituation. Strehlau ist Sprecherin für Berufs- und Weiterbildung in ihrer Fraktion.

Viele Jugendliche hätten keine Lust, eine körperliche Tätigkeit auszuführen und bevorzugten Büro-Jobs, erläuterte Prüfer. Ein anderes Problem sei, dass die Arbeit im Lager nicht die gleiche Anerkennung genießt wie die im Büro – da waren sich Ibs und Prüfer einig – ,obwohl moderne Lager heute hoch technisierte und anspruchsvolle Berufsfelder seien.

Hanseatischer Food Service agiert auf dem Markt als spezieller Großhandel für Gastronomen und hat sich als Vollsortimenter für diese Zielgruppe positioniert. Erst vor einem Jahr wurde das Unternehmen, das 2013 gegründet wurde, umstrukturiert. Vorher konzentrierte sich der Großhändler vor allem auf den Vertrieb von Tiefkühlprodukten für Gastronomen. Unter anderem läuft der Vertrieb von Langnese-Eis exklusiv über das Schenefelder Unternehmen.

80 Mitarbeiter sind derzeit in Schenefeld beschäftigt, davon acht Auszubildende. Die Lagerfläche ist 6000 Quadratmeter groß und unterteilt in verschiedene Kühlzonen. Mittelfristig sei ein Neubau geplant, um Laufwege zu verkürzen, verriet Prüfer. Derzeit wird ein Teil der ehemaligen Spar-Zentrale angemietet. Der Umsatz im Jahr 2015 lag nach Unternehmensangaben bei 24 Millionen Euro. Für 2016 wird mit 27 Millionen Euro gerechnet. Ein Großkunde sei Aida.

Prüfer warb für das Unternehmen, indem er ausführte, dass in der Ausbildung Eigeninitiative, das Übernehmen von Verantwortung und projektorientiertes Arbeiten groß geschrieben werde. Erlernt werden können die Berufe Groß- und Einzelhandelskaufleute sowie Lager- und Logistikfachkräfte. Beispielsweise liege die Abwicklung der Geschäfte mit Aida allein in der Hand der Azubis. Dahin zielte auch Prüfers Kritik, die er der Politikerin mit auf den Weg gab: An den Berufsschulen sei die Praxisnähe und der Bezug zu gering. Er forderte eine stärkere Einbindung der Lehrer in die Arbeitswelt, räumte aber ein, dass es schwer sei für Lehrende, mit den Veränderungen Schritt zu halten.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 16:33 Uhr

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