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Schenefelder Tageblatt

04. Dezember 2016 | 15:25 Uhr

Schenefeld : Krüss-Schätze in der Stadtbücherei

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Ausstellung Kirsten Rickmers-Liebau, Nichte des weltbekannten Kinderbuchautors James Krüss, stellt Material zur Verfügung.

Schenefeld | Das Elternhaus. Sein Studio. Die Terrasse in La Calzada auf der Insel Gran Canaria. Die Original-Fotos hat das Team der Bücherei lieber kopiert und dann aufgehängt. Zu wertvoll sind die Fotos. Sie sind Teil der James-Krüss-Ausstellung mit Büchern und CDs, Buchcovern aus Russland, Japan und Südkorea. Schenefelds Stadtbücherei ehrt den weltberühmten Kinderbuchautoren, der am 31. Mai 90 Jahre alt geworden wäre.

Das Besondere: Krüss’ Nichte Kirsten Rickmers-Liebau und Vertreterin der Erbengemeinschaft lebt seit Oktober 2015 wieder in Schenefeld – und sie hat der Bücherei zahlreiche Krüss-Werke geschenkt sowie historisches Material zur Verfügung gestellt. „Ich möchte das Werk und den Namen meines Onkels am Leben erhalten“, sagt Rickmers-Liebau. In ihrer Dachgeschosswohnung in Schenefeld gibt es quasi ein Krüss-Zimmer mit hunderten von Aktenordnern und Büchern. Sie ist intime Kennerin des Krüss-Werkes. Aus „Susebilles große Reise“ rezitiert sie auswendig. „Ich mag vor allem die Großväterbände – und die ABC-Geschichten.“ Sie lacht. Ihren Onkel hat sie humorvoll in Erinnerung.

Krüss, 1926 auf Helgoland geboren, starb am 2. August 1997 auf Gran Canaria. Ein Fabulierer, ein Geschichtenentdecker, ein Reimkünstler, der mit seinen Werken die ganze Welt erobert hat. Kaum ein Kinderzimmer, in dem kein Buch, kein Bildband von ihm steht. Der Roman „Timm Thaler“ wurde mit Tommi Ohrner in der Hauptrolle verfilmt.

Von der Nordsee nach München

Krüss hat Helgoland verlassen und zog 1949 nach München. Seine Nichte hat bis zu ihrem 16. Lebensjahr auf der Nordseeinsel gelebt, kehrt gern auf das Eiland zurück. „Der Felsen gibt mir Kraft, auch wenn sich die Inselgemeinschaft verändert hat.“

Rickmers-Liebau ist mit seinen Werken groß geworden. Hat Krüss auf Lesereisen begleitet, ihn auf Gran Canaria besucht – und natürlich ihren drei Söhnen selbst aus „diesen wunderbaren Büchern vorgelesen“. Die Krüss-Nichte ist überzeugt: „Kinder lieben Gedichte.“ Krüss habe ganz feine Sensoren für die Welt der Kinder gehabt. „Er hat sie ernst genommen, ist ihnen auf gleicher Ebene begegnet.“

Verhandlungen mit Verlagen

Das Werk ihres Onkels beschäftigt sie täglich. Die Juristin verhandelt mit Verlagen, beantwortet Anfragen, klärt Rechtsfragen, erteilt Abdruckgenehmigungen. Als sie ihre Arbeit als Vertreterin der Erbengemeinschaft aufnahm, waren viele Werke ihres Onkels im Buchhandel gar nicht mehr erhältlich. Krüss sei Schnee von gestern, musste sie sich von einigen Verlegern anhören. „Wir haben es mit viel Arbeit geschafft, dass sich dieses Denken ändert“, sagt Rickmers-Liebau. Sie ist auf Buchmessen in Frankfurt und Mailand aktiv, um für Krüss zu werben – erfolgreich. „In den Werken meines Onkels springt der Funke über.“

Das Krüss-Archiv ist inzwischen in der Internationalen Jugendbibliothek in München untergebracht. Rickmers-Liebau hatte den Nachlass auf Gran Canaria geregelt. Seit 2013 wird alle zwei Jahre der mit 8000 Euro dotierte James-Krüss-Preis verliehen.

In der Stadtbücherei Schenefeld kommen große und kleine Krüss-Fans auf ihre Kosten. Die kleine, aber feine Ausstellung in der Einrichtung am Timmermannsweg läuft bis Ende Juni zu den regulären Öffnungszeiten.

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erstellt am 25.Mai.2016 | 12:45 Uhr

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