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Schenefelder Tageblatt

03. Dezember 2016 | 12:48 Uhr

Gedankenspiele in Schenefeld : Kommt ein Radschnellweg auf der LSE?

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Grünen-Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms besucht Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof.

Schenefeld | Eine vierspurige Straße, die Schenefeld in der Mitte durchschneidet: Natürlich war gestern Morgen im Rathaus die Schenefelder „Autobahn“ Thema. Denn mit der Grünen-Bundestagsabgeordneten Valerie Wilms besuchte eine ausgewiesene Verkehrsexpertin gemeinsam mit den Grünen-Ratsherren Mathias Schmitz und Michael Behrens Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. „Die Fehler der 1970er Jahre wirken langfristig“, betonte Wilms mit Blick auf die LSE, die vierspurig bis vor Schenefelds Haustür führe.

Auch wenn es sich um eine Landesstraße handelt und der Bund gar nicht zuständig ist, hatte das Mitglied im Bundesverkehrsausschuss auch konkrete Vorschläge im Gepäck: „Der Charakter der Straße könnte durch bauliche Maßnahmen verändert werden.“ Wilms regte zudem an, einen Teil der LSE als sogenannten Radschnellweg zu nutzen. „Dadurch könnte die Raserstrecke entschärft werden.“

Küchenhof hatte Wilms zuvor über die Planungen für einen echten Stadtkern informiert. Hier spielt die LSE eine wichtige Rolle. Die Luninezbrücke als Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden bezeichnete Wilms als nicht mehr zeitgemäß. „Sie ist nicht behindertengerecht.“ Im Zuge der Stadtkernplanung gibt es Überlegungen, die Brücke abzureißen.

Aber auch der öffentliche Nahverkehr wurde thematisiert – besonders die Möglichkeit, Schenefeld an das Hamburger Schienennetz anzuschließen. Wilms warb dafür, den Blick „über die Landesgrenzen hinaus“ zu richten und gemeinsame Planungen voranzutreiben. „Das Umland muss mit berücksichtigt werden. Das würde dann zwangsläufig zu einer Kostenbeteiligung des Landes Schleswig-Holstein führen“, betonte die Bundespolitikerin.

Geplante Schienenverbindung

Wie berichtet, plant die Stadt Hamburg eine Schiennenverbindung im Westen, die bisher am Osdorfer Born enden soll – unweit der Schenefelder Stadtgrenze. Die Stadt und der Kreis setzten sich dafür ein, die mögliche Verlängerung bis nach Schenefeld in einer Machbarkeitsstudie untersuchen zu lassen. Wilms hob die Bedeutung des Hamburger Umlands hervor. „Die Musik in Schleswig-Holstein spielt im Hamburger Umland, nicht in Kiel oder Neumünster.“

Wie Bundespolitik sich auf kommunaler Ebene auswirkt, wurde am Beispiel Tempo 30 vor Schulen deutlich. Seit Jahren kämpfte Schenefeld für eine Temporeduzierung vor der Grundschule Altgemeinde. Kreis und Land lehnten ab, weil dort bereits eine Bedarfsampel die sichere Querung der Landesstraße ermögliche. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte in diesem Jahr die Kurskorrektur eingeleitet. Tempo 30 vor Schulen soll nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel werden. „Grundlagen schafft oft das Bundesrecht“, sagte Wilms.

Schenefelds Bürgermeisterin begrüßte ausdrücklich den regelmäßigen Austausch mit den Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Pinneberg. „Es ist gut, wenn sich die Bundespolitik für die kommunale Ebene interessiert.“

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erstellt am 13.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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