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Schenefelder Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

„Inklusion betrifft alle Menschen“ : Infoabend zum Thema Inklusion - welche Kriterien erfüllt Schenefeld?

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefeld | Egal welches Geschlecht jemand hat, egal welches Alter, egal woher und welcher Religion jemand angehört, egal welche Bildung man hat und egal ob jemand eine Behinderung hat: Jeder soll mitmachen dürfen, jeder ist normal. Das ist die Idealvorstellung von Inklusion. Im echten Leben sieht das anders aus. Friederike Pavenstedt von der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit (AGB), möchte dem Ideal aber ein Stück näher kommen. Mit ihrer Arbeitsgemeinschaft und gemeinsam mit dem Freiwilligen Forum lädt sie zur Veranstaltung „Inklusion vor Ort“ am Dienstag, 27. September, ein.

Dann wird Pavenstedt Kriterien vorstellen, mit denen sich prüfen lässt, wie weit Schenefeld in Sachen Inklusion schon ist und wo es noch hapert. „Die Kommune könnte sich einer Art TÜV unterziehen“, erklärt sie. Die Kriterien lauten unter anderem: Mobilität und Transport, Beteiligung und Mitsprache, Wohnen und Versorgung sowie Kultur und Freizeit.

Und längst ist in diesen Punkten nicht jeder gleichberechtigt. „Es gibt zum Beispiel viel zu wenige bezahlbare Wohnungen für Menschen mit Handicap“, weiß Pavenstedt. Ganz aktuell werde über die Paralympics in Rio viel weniger berichtet, als über Olympia. Kulturstätten und Cafés könnten oft nicht besucht werden – weil der Zugang nicht rollstuhlgerecht ist. Pavenstedt selbst sitzt aufgrund einer Multiple Sklerose-Erkrankung im Rollstuhl. „Und es gibt einfach kein Selbstbehauptungstraining für Rollstuhlfahrer in ganz Norddeutschland, wir haben es zumindest noch nicht gefunden“, ergänzt Susanne Eggert vom Freiwilligen Forum. Trotzdem sei ein Umdenken zu beobachten. „Die Stadt bezieht unsere AG mit in die Planung des neuen Stadtkerns ein – und auch sonst sind viele bemüht“, so Pavenstedt, die für ihr Engagement bereits mit dem Ehrenpreis der Stadt ausgezeichnet wurde.

Aber es ist auch noch Luft nach oben. „Inklusion betrifft eben eigentlich alle Menschen, aber wir können nur die vertreten, die auf uns zukommen“, sagt Pavenstedt.

Inklusion vor Ort: Dienstag, 27. September, ab 15.30 Uhr der Begegnungsstätte im Rathaus, Holstenplatz 3-5. Um Anmeldung bei Susanne Eggert wird unter Telefon 040-83037373 gebeten.
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