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Beratungsangebot in Schenefeld : Hilfe im Kampf gegen das Vergessen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Diakoniestation ruft einen neuen Gesprächskreis für Angehörige von Demenzkranken in Schenefeld ins Leben.

Schenefeld | Einen Angehörigen mit fortschreitender Demenz zu betreuen – das ist ein Kraftakt und stellt die Betroffenen vor große Herausforderungen. Wie verhalte ich mich richtig? Was soll ich tun, wenn mein Angehöriger aggressiv wird oder die Wohnung unkontrolliert verlässt, also einfach losläuft? Diese und weitere Fragen will die Diakoniestation in Schenefeld in einem neuen Gesprächskreis für Angehörigen von Dementen in Schenefeld beantworten.

Die Gruppe wird sich an jedem dritten Montag im Monat von Mai bis November treffen. Der erste Termin ist der 15. Mai. Von 18 bis 19.30 Uhr können sich die Teilnehmer in der Kirchenstraße 2 austauschen, Gleichgesinnte treffen, Kontakte für private Unternehmungen knüpfen und Hilfe zur Selbsthilfe erhalten. Diakonie-Mitarbeiterin Gabi Bär ist speziell im Umgang mit Demenzkranken geschult und berät vor Ort. Wer Interesse hat, sollte sich vorher anmelden. Dies ist möglich unter Telefon 040-8302428.

Das Angebot sei eine Ergänzung zur häuslichen und ambulanten Betreuung der Diakonie, erläutert Stefanie Maack, Geschäftsführerin der Diakoniestation in Schenefeld. Auch wenn sich Angehörige immer öfter auch Auszeiten gönnten und Beratungsangebote in Anspruch nähmen: „Häufig sind die Angehörigen mit der Situation allein“, sagt sie. Ziel sei die Entlastung und die Möglichkeit, Probleme und Nöte mit anderen Angehörigen zu besprechen. Häufig gebe es Fragen zur Pflegeversicherung und den Ansprüchen, die geltend gemacht werden könnten, so Maack. Aber auch Aggressivität von Betroffenen, Gefahrensituationen im Haushalt und das unkontrollierte Verlassen der Wohnung gehören zu den Themen, die Angehörige beschäftigten. „Sie sind rund um die Uhr gefordert, können die Dementen oft nicht alleine lassen“, sagt Maack. In der Gruppe sollen deshalb auch Tipps für die Gestaltung des Alltags vermittelt werden. Nach Absprache sei für den Zeitraum des Gesprächskreises eine zeitgleiche Einzelbetreuung der zu Pflegenden möglich, so Maack. Falls sich dies nicht familiär lösen ließe.

Beim Umgang mit Demenzkranken gebe es einiges zu beachten. Beispielsweise sei es nicht ratsam, mit Logik gegen die Meinungen des Betreuten anzugehen und dem zu widersprechen, erläutert die Geschäftsführerin. „Das ist eine grundsätzliche Verhaltensweise, die viel Schärfe aus der Situation herausnimmt“, schildert Maack. „Das ist aber sehr schwierig und fällt auch unseren Pflegekräften am Anfang sehr schwer“, räumt sie ein. Bis 2014 gab es einen Gesprächskreis. Dieser habe sich aber aufgelöst. Nun soll ein neuer Anlauf unternommen werden. Maack hofft, dass sich aus dem Kursus-Angebot langfristig eine eigenständige Selbsthilfegruppe bildet. Es habe in letzter Zeit viele Anfragen bei der Sozialberatung nach einem solchen Angebot gegeben. Deshalb habe sich die Diakonie entschlossen, eine neue Gruppe zu gründen.

Die Diakoniestation in Schenefeld ist nun als Palliativ-Care-Pflegedienst anerkannt worden. Ambulante palliative Versorgung (Palliative Care) ist eine Unterstützung, Behandlung und Pflege von unheilbar erkrankten Menschen in ihrer häuslichen Umgebung. Ein wichtiger Aspekt der Palliativmedizin ist die Linderung und Vorbeugung körperlicher Beschwerden und akuter Symptome in der letzten Phase einer unheilbaren Krankheit. Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, gehe es darum, die Lebensqualität zu verbessern, erläutert Stefanie Maack, Geschäftsführerin der Diakoniestation. Für die Erweiterung des Angebots hat die Station einen Kooperationsvertrag mit der DRK-Anschar-Schwesternschaft in Itzehoe geschlossen. Einige der 34 Mitarbeiter hätten sich bereits im medizinischen Bereich und bei der Sterbebegleitung fortgebildet. Die anderen Mitarbeiter folgten.
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erstellt am 19.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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