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Antarktis: Bizarr, wild, eisig : Heinz Herhaus präsentiert seine Foto-Reportage im Lustis

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Heinz Herhaus präsentiert eine Foto-Reportage über eine unberührte Welt. Immer mehr Touristen südlich des 60. Breitengrads.

Schenefeld | Wer in die Antarktis will, muss mehr als eine Jacke mitnehmen, das steht fest. Denn dort ist es kalt. Gemessener Kälterekord: minus 89,2 Grad, durchschnittliche Temperatur: minus 50 Grad. Da hatten es die Zuschauer am vergangenen Freitag im Schenefelder Lustis schon etwas gemütlicher: Bei wohligen 23 Grad, mit frisch gezapften Getränken vor der Nase, nahm Antarktiskenner Karl-Heinz Herhaus das Publikum mit auf eine Foto-Reportage in eine der aufregendsten Regionen der Erde.

Herhaus trieb die Reiselust und Begeisterung bereits an zahlreiche interessante Plätze, aber nichts hat ihn so berührt wie seine erste Antarktisreise. „Die Nähe zu wilden Tieren, die Lichtspiele am frühen Morgen, die Fahrten entlang türkisfarbener Eisgebilde und die riesigen Tafeleisberge sind so unglaublich beeindruckend“, sagt er. „Für mich gibt es nichts Schöneres.“ Nach dieser ersten Reise kam Herhaus noch oft in diese unberührte Welt aus Eis. „Und in zwei Jahren geht’s wieder los.“ Herhaus fährt immer zwischen Mitte November und Ende Februar, und seine Frau Ingrid kommt mit: „Dann ist es dort angenehm. So bis minus 10 Grad.“

Eines der letzten unberührten Ökosysteme

Wer auf der Leinwand seine Bilder sieht, kann begreifen, wie unglaublich faszinierend es sein muss, sich in dieser Landschaft aufzuhalten. Neben riesigen unberührten Gletschern, klaren, kalten Farben und den Lichtspielen, die man auf den Fotos sehen kann, spürt der Zuschauer auch die reine, staubfreie Luft und eine unglaubliche Stille. Faszinierend sind für Herhaus natürlich auch die Tiere in der Antarktis: Pinguine, Robben, Seeelefanten, Wale, Albatrosse, Riesensturmvögel und der Liebling des Antarktiskenners, der Blauaugenkormoran. Die Pinguinkolonien können die antarktisch erhabene Stille durch ihr Geschrei empfindlich stören. Herhaus: „Aber wer schon einmal 300.000 Königspinguine auf einem Uferstreifen gesehen hat, der vergisst das nie.“

Im vergangenen Jahr haben sich 24 Staaten und die EU nach jahrelangen Verhandlungen geeinigt, vor der Küste der Antarktis das größte Meeresschutzgebiet der Erde festzulegen. Das Schutzgebiet im Rossmeer umfasst 1,55 Millionen Quadratkilometer, es gilt als eines der letzten unberührten maritimen Ökosysteme. Im Großteil des Gebiets ist das Fischen vollkommen verboten.

Beeindruckende Aufnahmen sind dem Fotografen und Autor in der Antarktis gelungen.
Beeindruckende Aufnahmen sind dem Fotografen und Autor in der Antarktis gelungen. Foto: PT
 

Immer mehr internationale Wissenschaftler zieht es in die Region, um den Klimawandel zu erforschen. Aber auch immer mehr Touristen kommen. Reisen in das antarktische Gebiet, dazu zählt alles südlich des 60. Breitengrads, unterliegen allerdings strikten Umweltschutzregeln. „Wer reisen will, sollte unbedingt kleine Schiffe nehmen und Reedereien, die umweltschonenden Antarktistourismus anbieten“, so Herhaus. „Es darf beispielsweise immer nur eine bestimmte Anzahl von Leuten an Land. Und das auch nur für bestimmte Zeit, damit die Tiere nicht gestört werden.“ Außerdem werden nach jedem Inselbesuch Stiefel und Hosen abgespült. „So nimmt man zur nächsten Insel keine Partikel mit, die dort nicht hingehören.“ Es komme auch vor, dass die Reiseleiter Laufzonen auf den Stränden markieren, um die Tiere zu schützen.

Die rund 30 Zuschauer waren interessiert, fragten auch nach der Präsentation noch nach. Und der ein oder andere sah so aus, als wolle er gleich morgen die Koffer packen. Wer die Antarktis live sehen möchte, kann das zweiteilige Buch von Karl-Heinz Herhaus „Reise in die Antarktis“ als Reiseliteratur nutzen. Er informiert mit Text und Bildern über die Region, erklärt wichtige Verhaltensregeln und beschreibt die 70 am häufigsten angefahrenen Anlandungsstellen – mit Kartenmaterial und Fotos. Im richtigen Leben verkauft Herhaus Radio-Werbe-Sendeminuten für die ARD. Und er coacht Führungskräfte – aber noch nicht in der Antarktis.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 13:00 Uhr

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