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Schenefelder Tageblatt

08. Dezember 2016 | 17:10 Uhr

Grundmuster der Natur im Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Vernissage Kunstkreis Schenefeld lädt für morgen zur neuen Ausstellung ein / Jan de Weryha aus Hamburg zeigt Holzarbeiten

Der weltweit renommierte Künstler Jan de Weryha bringt seine Kunst nach Schenefeld. In der Ausstellung im Schenefelder Rathaus werden Werke präsentiert, die im Zeitraum der vergangenen 20 Jahre entstanden sind. Der Kunstkreis Schenefeld lädt für morgen zur Vernissage ins Rathaus ein. Um 11 Uhr geht’s los. Parallel zu den Werken im Rathaus ist de Weryhas Kunst auch in der Galerie im „Stadtzentrum“, Kiebitzweg 2, zu sehen.

De Weryha wurde 1950 in Danzig geboren. 1971 bis 1976 absolviert er ein Bildhauerstudium an der Danziger Kunstakademie. Seit 1981 lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler in Hamburg. Mit seinen Werken beschäftigt er sich mit der „Materialität des Holzes“. Schnitt, Bruch und Spalt sind Begriffe, die seinen Schaffensweg bestimmen. Motorsäge, Axt und Stechbeitel hinterlassen sehr differenzierte Oberflächen. Außerdem liebt er es, seine Formationen ganz bewusst an Grundmustern der Natur wie Ameisenhaufen, Bienen-Nestern oder an archaischen Konstruktionen auszurichten: Iglu, Säule, Turm oder schlichte Stapelungen wie zum Trocknen von Hölzern tauchen immer wieder in seinen Werken auf.

Das Ziel seiner künstlerischen Botschaft ist der Wille, Holz in möglichst vielen Aspekten und auf einfachste und klarste Art und Weise als Werkstoff im engeren Sinne aufzuzeigen. Die Philosophie, die de Weryhas Auseinandersetzungen mit diesem Stoff von Beginn an beiwohnt, lässt sich mit drei Begriffen zusammenfassen: Schneiden, spalten, brechen. Der optimierte Gebrauch von „minimalen Aussagemitteln“ öffnet aus Sicht des Künstlers den Weg zur Entstehung von besonderen Objekten. Anhand konkret hinterlassener Spuren des verwendeten Werkzeugs entstehen spontan neue Oberflächen mit Muster, welche die unterschiedlichsten Spannungszustände hervorrufen.

Die zum Vorschein gelangenden Module, ihre sich ändernden Neigungswinkel und Abstände kreieren aus de Weryhas Sicht „unerwartet neue Rhythmen sowie strukturell wirkungsvolle Oberflächen, welche letztendlich stets in optimaler Harmonie verbleiben“. Einige seien „ruhiger, ausgeglichener“, in anderen schlummere versteckt eine „ungezügelte Aggressivität“. Allen Werken sei aber gemein, dass sie trotz ihrer Unterschiede oder aber genau aufgrund des Materials, Augenblicke der Reflexion, Zeit zur Kontemplation, eine eigenständige Weise des Erlebens ermöglichen.

Wer sich selbst einen Eindruck von de Weryhas Kunst verschaffen möchte, ist zur Vernissage eingeladen. Zudem können die Werke zu den Öffnungszeiten im Rathaus bewundert werden: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Donnerstag von 14 bis 18 Uhr.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 16:23 Uhr

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