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Schenefelder Tageblatt

02. Dezember 2016 | 21:04 Uhr

Live-Übertragun aus Schenefeld : Gottesdienst aus der Paulskirche läuft im NDR und im WDR

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Paulskirchengemeinde begeistert mit tiefgründigem Gottesdienst, der im NDR und WDR gesendet wurde.

Schenefeld | „Es war toll.“ Mit so uneingeschränktem Lob sprachen Inge Panthen und Gerda Brandt wohl allen Kirchgängern aus dem Herzen. Vor der Paulskirche standen sie und sprachen angeregt über den ungewöhnlichen Gottesdienst, der an diesem Sonntag von Schenefeld live als „Radiokirche“ ausgestrahlt worden war. Glücklich, wenn auch etwas erschöpft, war auch Pastorin Kerstin Otterstein: „Es war viel Arbeit, aber der Mühe wert.“

Was die Sache so schwierig machte, war das Timing. Alles musste genau passen. Ein grünes Licht auf dem Altar leuchtete, solange man „auf Sendung“ war. Mit der Kieler Radio-Pastorin Claudia Aue wurde ein Zeitplan entwickelt. Es durfte keine Pausen geben. Die Orgel war noch nicht verstummt, da sollte die Pastorin schon begrüßen. Das Amen eines Gebets lag noch in der Luft, da mussten Ji-Hyun Park und ihr Chor das nächste Lied anstimmen. Während der Generalprobe am Sonnabend klappte das knapp. Beim Segen zum Ausgang musste Otterstein sich schon sputen, dann rasch ein paar Takte Orgel und das Licht ging aus. „Ich habe die ganze Zeit besorgt auf den Sekundenzeiger gestarrt“, verriet die Pastorin.

Am Sonntagmorgen wurde mit der Gemeinde noch einmal alles durchgesprochen und los ging’s. Dann aber legten alle so ein Tempo vor, dass Organistin Juhee Lee sich immer noch eine Variation einfallen lassen musste, damit es an den Radios daheim bis zum Ende der Stunde etwas zu hören gab.

Dabei war ausgerechnet „Gemütlichkeit“ das erwählte Thema. Der Bär Balu aus Walt Disneys Dschungelbuchverfilmung diente als Vorbild. Um seine unerschütterliche Ruhe rankte sich die Predigt. Die UpBeat-Band unter Leitung von Henrike Gebauer spielte seine Melodien. Der unbesorgte Bär schwebte mit seiner vorbildlichen Gelassenheit über der Stunde in der Kirche – wie ein Stern von Bethlehem, der zum rechten Ziel führt, wenn man Gott nur vertraut und nicht vom Wege abkommt.

„Ich bin eher wie Baghira, der Panther, ernst und bedenklich“, gestand Otterstein. Es gebe dafür auch genügend Gründe. In ihre Predigt eingestreute Nachrichten von Kriegen, Krisen, Terror und Katastrophen unterstrichen das. Nur, die Sorgen im Kopf änderten daran nichts. Kraft, etwas zu verändern, komme aus Gottvertrauen, so Ottersteins Fazit. Vielleicht war es diese Spannung zwischen Stress und Vertrauen auf einen guten Ausgang, der diesen Gottesdienst unvergesslich machte. Zwei Stunden lang saß Otterstein danach am Hörertelefon und beantwortete Fragen. Anrufe kamen aus dem gesamten Sendegebiet von NDR und WDR.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 13:16 Uhr

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