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Schenefelder Tageblatt

10. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Freche Schnitte und werfende Enten

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Comedy Club Vier Künstler sorgten während der Premiere im Schenefelder Lustis 53.6 für viele Lacher und einen kurzweiligen Abend

Authentisch und aus dem Leben gegriffen: Für Roman Reinert, Comedian aus Schenefeld, ist Stand-Up die reinste Form der Comedy. Er versprach einen besonderen Abend mit guten Spaßmachern. Und die Komiker lösten dieses Versprechen ein: Am Donnerstagabend feierte der Comedy Club 53.6 im Lustis 53.6 in Schenefeld seine Premiere. Die Künstler Dennis Grundt, Marvin Spencer, Florian Strohbehn und Thomas Schwieger sorgten für viele Lacher und unterhielten bestens vor vollem Haus mit Geschichten aus ihrem „harten Leben“. Reinert moderierte.

Den Anfang machte Comedian Grundt. Der Hamburger Friseur klagte dem Publikum sein Leid. Besonders Frauen, die ihm als einzigen Anhaltspunkt für eine neue Friseur den Vorschlag machen, sie wollten „etwas Freches“, waren ihm ein Dorn im Auge. „Wer was Freches will, soll sich ein Kind anschaffen“, befand Grund. Wunder könne er nicht bewirken. Wer selbst Haare wie Cindy aus Marzahn hat, aber nach dem Friseurbesuch wie Cinderella aussehen wolle, habe schlechte Karten. Auch die Männer bekamen ihr Fett weg. Bei sechs Haaren in drei Reihen sei ein David-Beckham-Schnitt schwierig. Auch wenn Grundt für einige Lacher sorgte, bewegte er sich mit seinem Humor doch eher in Richtung „platte Schenkelklopfer“. Zum Beispiel als er über das Furzen in der Sauna schwadronierte oder darüber nachdachte, eine Frau anzupinkeln – um sein Revier zu markieren.

Das Niveau des Abends ging dann zum Glück bei dem Hamburger Florian Strohbehn wieder nach oben. Er klagte über nervende Kollegen und seinen langweiligen Job als Verkäufer von Milchprodukten. Obwohl ihm morgens von einem Kunden telefonisch entgegen schallte, dass dem „die Eier platzen“, weil der gelieferte Quark die falsche Sorte hatte, verlangte der Chef, er solle doch motivierter sein. Den Lachern zufolge konnten sich viele im Publikum mit der Problematik identifizieren. Grandios war der Auftritt des Buxtehuders Thomas Schwieger. Er bekannte: „Bei mir läuft’s nicht. Nicht generell – nur privat und beruflich.“ Und er hat es wirklich nicht leicht: Als Kind war er so dünn, dass ihn die Enten im Park mit Brot bewarfen. Seine Freundin wohnt mit seiner Tochter zusammen – beim Trennungsgrund. Nach der Nachtschicht weiß er nicht, ob er zum Zähneputzen „Aronal“ oder „Elmex“ benutzen soll, zum Kiez muss er mit dem Fernbus. Denn „nicht mal der Heizungsableser kommt nach Buxtehude“. Den gelungenen Abschluss bildete Marvin Spencer aus Hamburg. Der Halb-Jamaikaner leidet darunter, dass er ständig für einen Araber gehalten wird. Irgendwann sei ihm das aber auch egal gewesen. „Unterm Strich komm ich eh nicht in die Disco rein“, sagte er resigniert.

Die Betreiber des Lustis Stephan Hürten und Lutz Spanger wollen nun regelmäßig Comedians engagieren. Somit können sich die Schenefelder im Herbst auf weitere humorvolle Abende freuen.

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erstellt am 13.Aug.2016 | 16:02 Uhr

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