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Schenefelder Tageblatt

05. Dezember 2016 | 19:43 Uhr

„Die Frau hat einfach alles gegeben“ : Flüchtlingskoordinatorin Stefanie Büsching verlässt Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Abschied: Die Flüchtlingskoordinatorin Stefanie Büsching verlässt Schenefeld. Die Verwaltung sucht nun Nachfolger für die Stelle.

Schenefeld | Abschiedsstimmung herrschte gestern Mittag auf dem Rathausvorplatz. Der Grund: Weggefährten, Vereinsvertreter, Flüchtlingsbetreuer und viele Geflüchtete verabschiedeten sich von Stefanie Büsching. Die 32-jährige Flüchtlingskoordinatorin verlässt zum Ende des Monats Schenefeld und tritt eine neue Stelle in Bremen an.

Zu den Gründen wollte sich Büsching zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Es gab aber laut Informationen unserer Zeitung Differenzen zwischen ihr und der Verwaltung, was die Ausführung der Stelle angeht. Erst im Dezember 2015 hatte Büsching als Koordinatorin begonnen.

Gestern bedankten sich die Flüchtlinge und Kollegen mit Blumen bei ihr. Alle waren voll lieber Worte und umarmten die Koordinatorin. Büsching fiel der Abschied sichtlich schwer. Sie war den Tränen nah. Flüchtlingshelferin Fateme Habekost überreichte ein Glas mit Wünschen der Flüchtlinge. „Wir werden dich vermissen. Du wirst eine Lücke hinterlassen“, sagte sie. „Die Frau hat einfach alles gegeben“, fügte Habekost im Gespräch mit unserer Zeitung hinzu. „Wir haben ihre ruhige, kompetente Art sehr geschätzt“, lobte Roswitha Jürgensen von der DRK-Kleiderkammer. „Sie hat sich immer sehr viel Zeit genommen.“

Voll des Lobes war auch Detlef Schaaf, Sprecher des Willkommens-Cafés. „Alle bedauern ihren Entschluss. Das war eine ganz tolle Zusammenarbeit mit ihr. Sie war sehr engagiert.“ Die Zusammenarbeit sei schließlich zum Ende gekommen, weil Büsching so viele Verwaltungsaufgaben zu erfüllen hatte, abseits von ihren Auflagen als Sozialpädagogin.

Ihr Engagement spiegelte sich auch ich in den Worten der Dolmetscherin Hala Puck wieder. Laut Puck habe sie sehr gute Arbeit geleistet und viel verändert. Es wurde mehr auf die Bedürfnisse der Flüchtlinge eingegangen und mehr auf die Gesundheit der Neu-Schenefelder geachtet. Dazu gehört auch die Einführung der Kleiderkammer. Die Koordinatorin sei ebenso eine sehr sympathische Frau und es sei ein sehr großer Verlust, dass sie geht.

Trotz Sprachbarriere vermittelt

In den Augen von Flüchtling Hassan Abdulmanaf war Büsching stets die Frau, die „trotz Sprachbarrieren alles vermitteln konnte und immer geholfen hat“. Er habe nie das Gefühl gehabt, dass sie von den vielen Anfragen genervt war und viele schöne Momente mit ihr gemeinsam erlebt.

Der Geflüchtete Mahmoud Alaboudi sagte gestern, Büsching habe „sein Leben verändert“. Sie sei mit viel Empathie auf die Flüchtlinge eingegangen und habe emotional, wie auch bedingungslos den Menschen zur Seite gestanden. Er war auch von Büschings Menschlichkeit angetan. „Sie ist eine tolle Frau“, bestätigt auch Flüchtling Ahmad Faiaz Faizi. „Ich bin froh, dass wir sie hatten.“

Axel Hedergott, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit, Jugend, Bildung und Soziales, dementierte gestern den Vorwurf, es habe Differenzen im Rathaus gegeben. Weitere Details über die Gründe des Weggangs wollte er nicht benennen. „Zu Personalangelegenheiten äußern wir uns generell nicht.“

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) weiß ebenfalls nichts von Differenzen zwischen der Verwaltung und Büsching. Die gebürtige Bremerin kehre in ihre alte Heimat zurück. Man habe sich im Guten getrennt. „Wir sind sehr traurig, dass sie geht.“ Nun sucht die Verwaltung nach einem Nachfolger. Laut Küchenhof liegen bereits Bewerbungen vor.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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