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Schenefelder Tageblatt

25. April 2017 | 18:27 Uhr

Eine Ehrenamtslotsin für Halstenbek

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Netzwerken und Wohnungssuche Miriam Utz setzt sich mit viel Engagement für Flüchtlinge ein / „Schon die Großmutter engagierte sich für Bedürftige“

Weihnachtspäckchen für Menschen der Tafel. Taschen für neu ankommende Flüchtlinge. Die Halstenbekerin Miriam Utz (36) hat sich vor ihrem Einsatz als Ehrenamtslotsin auf verschiedenen Gebieten engagiert. „Ich bin mit sozialem Engagement für meine Mitmenschen quasi groß geworden“, erläutert Utz. Schon ihre Großmutter setzte sich für bedürftige Leute ein. Sie ließ beispielsweise vietnamesische, dem Krieg entkommene Flüchtlinge bei sich zuhause wohnen.

Die 36-Jährige ist seit Mai 2015 als Ehrenamtslotsin für die Gemeinde Halstenbek im Einsatz. Sie koordiniert dort den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer, sorgt für deren Austausch. „Hier kommt dem Netzwerken eine große Bedeutung zu“, erläutert Utz. Sie ist dankbar, mit „vielen wunderbaren“ Halstenbekern zusammenarbeiten zu können.

Miriam Utz hat zudem immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte von Ehrenamtlichen und Flüchtlingen. Die Diakoniebeauftragte Lilli Kerbel ist zwar für die Rat suchenden Neuankömmlinge eine erste Anlaufstelle. „Doch infolge der umfassenden Probleme von sehr vielen Flüchtlinge, suchen mich ebenfalls viele Menschen auf“, so Utz. Sie leitet die Betreffenden dann an entsprechende Stellen weiter. „Häufig ist es den Hilfesuchenden wichtig, dass ihnen einfach mal jemand zuhört“, so Utz, die gemeinsam mit Kerbel auch internationale Feste organisiert.

Darüber hinaus gibt es jede Menge zu tun im Hinblick aufs Thema Integration. „Während der gesamten Zeit hat sich die Arbeit verändert“, erläutert die Mutter dreier Kinder. Anfangs ging es darum, Kleidung, Schränke, Betten und Wohnraum zu organisieren. „Die Probleme und Sorgen sind inzwischen jedoch komplexer geworden“, berichtet Utz. Zahlreiche Flüchtlinge seien vom Behörden-Dschungel frustriert, sie litten unter der stagnierenden Bearbeitung ihrer Asylanträge. Der Wohnungsnot sei schwer beizukommen. „Viele Menschen sitzen in ihren Containern und finden einfach nichts“, berichtet Utz.

Die Ehrenamtskoordinatorin versucht mittels ihres Netzwerks, bei der Suche zu helfen. „Da ja schon Deutsche Schwierigkeiten haben, hier etwas zu finden, sind die Vermittlungserfolge leider gering“, berichtet Utz.

Die 36-Jährige schöpft ihre Kraft und Motivation aus kleinen Erfolgsgeschichten. Eine Patin begleitete beispielsweise eine 17-jährige Syrerin, die fast vollverschleiert eintraf. Sie traut sich nun, nach einjährigem Aufenthalt in Halstenbek, mit Jeans und T-Shirt unterwegs zu sein. Utz erfreute zudem der Werdegang eines jungen Mannes. Er hatte in seinem Heimatland nur drei Jahre lang die Schule besucht. Es ist ihm inzwischen gelungen, als Klassenbester seine Ausbildung zu absolvieren.

Miriam Utz verliert beim Engagement ihre Grundsätze nicht aus den Augen. Sie legt Wert darauf, dass es sich bei den Ankommenden um Individuen handelt. „Das Engagement der Ehrenamtlichen und deren enormer Einsatz gibt mir viel Kraft“, betont die gelernte Krankenschwester. Lediglich wenn alle weiterhin so zusammenarbeiteten, sei es möglich, den Kraftakt zu stemmen und die Integration erfolgreich voranzubringen.

Seitens der Ende Januar verabschiedeten Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann gab es reichlich Lob: „Miriam Utz haben wir bei der erfolgreichen Integration viel zu verdanken.“ Für ihre Hobbys – wie Musicalbesuche und lesen – bleibt ihr kaum Zeit. Wer Lust hat, sich zu engagieren, kann sich im Internet melden.

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willkommen-in-halstenbek

@gmx.de




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