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Schenefelder Tageblatt

03. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

Einwohnerversammlung : Ein neues Herz für Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Architekt Frank Schlegelmilch stellt aktuelle Planungen vor. Bürger fürchten Anstieg der Verkehrsbelastung.

Schenefeld | „Wir haben heute ein kleines Jubiläum, denn heute findet die 25. Einwohnerversammlung statt“, sagte Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski zur Begrüßung der etwa 80 Bürger. „Einen Festakt wird es heute nicht geben, aber ich freue mich sehr, dass wir bei der Stadtentwicklung einen großen Schritt vorwärts gemacht haben“, leitete sie das zentrale Thema des Abends ein.

„Wie stellen Sie sich einen Stadtkern vor?“, fragte Frank Schlegelmilch vom Stadtplanungsbüro Baumgart und Partner. Auf der Wand des Ratssaals zeigte er ein Bild der Lüneburger Innenstadt mit seinen alten Fachwerkhäusern. „So etwas werden wir hier nicht bekommen. Wir haben eine schwierige Situation in der Stadt“, sagte der Stadtplaner. Die LSE trenne den Stadtkern in Nord und Süd. Während im Süden mit dem Rathaus und dem Holstenplatz nur wenige Elemente miteinander harmonieren würden, böte das „Stadtzentrum“ im Norden zahlreiche Angebote. „Man muss sich klar machen, dass man ein ,Stadtzentrum’ mit so einer Größe und so einem vielfältigen Angebot nicht am Hamburger Stadtrand haben muss“, sagte Schlegelmilch. Eine der Kernfragen der Neugestaltung des Stadtkerns sei daher die Verbindung des getrennten Ortskerns und wie die LSE eingebunden wird.

„Das wird ein schwieriger und langwieriger Prozess“, sagte Schlegelmilch mit Blick auf die Verhandlungen mit der Landesbehörde zur Umgestaltung der Hauptverkehrsader. Eine Machbarkeitsstudie soll nun verschiedene Lösungsansätze untersuchen. Zudem sollen zukünftige Verkehrsaufkommen – die Bürger fürchteten vor allem wegen der Westumgehung in Pinneberg ein massiv steigendes Verkehrsaufkommen – analysiert werden. Einen Tunnel oder Deckel schloss Schlegelmilch aus Kostengründen bereits aus. Eine Troglösung mit einer Absenkung der Fahrbahn könnte eine Lösung sein. Zudem präsentierte er eine ähnliche Verkehrssituation aus Nordrhein-Westfalen. Vor dem Bochumer Hauptbahnhof wurde der Weg über die vierspurige Straße rot markiert. „Das wäre eine kostengünstige Variante“, so Schlegelmilch. „Der Fall bei der LSE ist ernst, aber nicht hoffnungslos“, sagte Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhoff (SPD).

Der nächste Schritt sei der „Städtebauliche, freiraumplanerische, verkehrsplanerische Wettbewerb“ – ein Wettstreit der Planungsbüros. „Lassen Sie die besten gegeneinander antreten, und ihre Ideen präsentieren“, riet der Stadtplaner. Sein Appell an die Bürger: „Schauen Sie mit viel Spannung und Erwartungen auf das anstehende Verfahren.“

Der Bau eines Bürgerzentrums sei gesetzt. „Das kann etwas geben, was es bisher nicht gibt und die Schenefelder Identität prägt“, sagte Schlegelmilch. Das Gebäude könnte Vereine, Verbände, Initiativen, die Stadtbücherei oder Teile der Verwaltung beheimaten. „Idealerweise muss es Ihnen allen gefallen, Jung und Alt, und es muss Spaß machen, rein zu gehen“, sagte der Stadtplaner. Das Gebäude könne das „Herz der Stadt“ werden. Klar sei für ihn allerdings: „Das Ergebnis eines Wettbewerbs ist nur so gut wie die Aufgabenstellung.“ Für die Umsetzung des Konzepts setzte er acht bis zehn Jahre an.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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