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Schenefelder Tageblatt

26. März 2017 | 21:00 Uhr

Künstlerin Angela Weiskam im Porträt : Die Bildhauerei ist ihr Seelenfutter

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die kreative Schenefelderin ist Malerin und Bildhauerin.

Schenefeld | Auf einem Tisch liegen Meißel, Spachtel und Pinsel in allen Größen. Im Atelier von Angela Weiskam (49) im Schenefelder „Stadtzentrum“ sieht man: Hier wird gearbeitet. Die Schenefelderin ist Malerin und Bildhauerin. Pferdeköpfe, Figuren, Büsten und Statuen stehen herum. Und über all dem wacht Mops-Dame Frieda, die ebenfalls mehrfach verewigt wurde. Die Hündin verschläft den Pressetermin lieber und schnarcht vor sich hin. Ihr Frauchen hingegen hat viel zu erzählen.

Geboren wurde Weiskam in Helsinki, Finnland. Ihre Mutter ist Finnin, der Vater Deutscher. Als Fünfjährige zog die Familie nach Hamburg. Weiskam spricht aber bis heute Finnisch.

Zur Kunst kam die Schenefelderin bereits als Kind. „Mein Vater war Grafik-Designer. Wir hatten immer Stift und Papier zu Hause herumliegen.“ So versuchten sie und ihre ältere Schwester sich bereits im jungen Alter an Illustrationen. Im Kunst-Leistungskurs kam Weiskam mit der Bildhauerei in Berührung. „Ich habe einen Männerkopf gemacht. Und der sah gleich ganz gut aus.“ Sie habe sich zwar über dieses Talent gewundert, konzentrierte sich aber dennoch zunächst auf die Illustration. Als ihr der passende Studiengang verwehrt blieb, schrieb sie sich an der Fachhochschule in Hannover für Grafik-Design ein. Ihre Gabe, plastische Figuren zu formen, fiel dort einem der Lehrer auf. So landete sie schließlich 1992 an der Hochschule für Kunst & Design in Halle an der Saale. 2001 eröffnete sie ihre eigene Werkstatt. Seit 2003 lebt und arbeitet sie in Schenefeld, seit 2012 ist ihre Kunst im „Stadtzentrum“ zu sehen. Zudem gibt sie ihr Wissen in Kursen weiter.

Pferdeköpfe gehören neben ihrem Mops zu ihren beliebtesten Motiven. Die historische Bedeutung des Pferdes für die Zivilisation interessiert Weiskam. „Pferde sind für mich Seelenträger. Immer wenn ich einen Stift in der Hand hatte, kam am Ende ein Pferd dabei heraus- Dabei hatte ich selbst nie eins. Man muss die Blume aber ja auch nicht abpflücken, um sie schön zu finden.“

Köpfe von Mensch und Tier modeliert die Künstlerin.
Köpfe von Mensch und Tier modeliert die Künstlerin. Foto: Tanja Plock
 

Besonderen Spaß bringt ihr der kreative Prozess, wenn eine neue Figur entsteht. „Das ist etwas ganz Meditatives. Und es bringt so eine Befriedigung. Das glaubt man gar nicht.“ Für die Künstlerin ist der Ausdruck im Gesicht entscheidender als die Form. Egal ob Tier oder Mensch: „Ich versuche immer etwas von dem Wesen einzufangen. Der Kopf ist ein Substrat der ganzen Person.“ Die Haltung des Körpers sei auch am Kopf zu sehen. „Man muss hinter das Geheimnis der Formsprache kommen.“

Die 49-Jährige glaubt, dass jeder Mensch Kunst versteht. „Jeder hat ein tieferes Verständnis von Form und Formgebung.“ Es ärgert sie, wenn Kunstkritiker dies allein für sich beanspruchen. Lange Zeit war Weiskam hauptberuflich Künstlerin. Es sei aber schwer, davon zu leben. Deshalb hat sie nun zusätzlich eine Teilzeitstelle als Verkäuferin für ökologische Mode in Hamburg. Am liebsten ist sie aber gemeinsam mit ihrem Hund in ihrer Werkstatt. „Kunst ist Seelenfutter. Es hält mich am Leben.“ Ihre Werke sind in einer Gemeinschaftsausstellung am 6. und 7. Mai im Torhaus Wellingsbüttel in Hamburg, Wellingsbüttler Weg 75B, zu sehen.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 13:00 Uhr

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