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Schenefelder Tageblatt

05. Dezember 2016 | 21:49 Uhr

Bürgerprotest in Schenefeld : Der Widerstand gegen den Funkmast formiert sich

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Anwohner fürchten sich vor Strahlung. Eine Unterschriftensammlung ist geplant. BfB informiert die Bürger in der Straße Drift mit Flyern.

Schenefeld | Die Straße Drift, kurz vor der Hamburger Landesgrenze. Eine Sackgasse. Reihenhäuser. Mehrfamilienhäuser. Hier wohnen richtig viele Schenefelder. Ruhig geht es zu, abseits der Blankeneser Chaussee – normalerweise. Doch mit der Ruhe ist es vorbei. Es brodelt in der Nachbarschaft. Denn inzwischen hat sich rumgesprochen, was die Stadt direkt hinter der Wohnbebauung plant. Im Landschaftsschutzgebiet soll ein zirka 25 Meter hoher Funkmast aufgestellt werden – auf einem Grundstück der Stadt und nur wenige Meter von den Wohnhäusern entfernt.

„Unfassbar“, sagt Marion Wehmeyer. „Wir sind absolut dagegen.“ Sie fürchtet die Strahlenbelastung, die von dem Mast ausgeht. Ihre Nachbarin sei ebenfalls empört über das Vorhaben.

Anwohner Peter Fröhlich, der jahrelang in der Politik aktiv war, bestätigt die Angst und die Sorgen, die die Bewohner umtreibt. „Hier wohnen auch viele Familien mit Kindern.“ Akzeptieren wollen sie den Antennenturm nicht. Eine Unterschriftensammlung ist geplant. „Auch die Zerstörung von Grün- und Ackerflächen im Bereich Gremsbargen ist nicht hinzunehmen“, betont Gerhard Wehmeyer. Seit 22 Jahren wohnt er mit seiner Frau in der Straße Drift. Durch die angrenzende Mülldeponie sei die Umwelt bereits genug beeinträchtigt. Auch die Erforderlichkeit eines neuen Mastes sei fraglich.

Fröhlich hat von den Funkmastplänen aus der Zeitung erfahren. Viele Anwohner im Bereich Blankeneser Chaussee, Drift und Gremsbargen wurden aber erst durch eine Aktion der Wählervereinigung „Bürger für Bürger“ (BfB) auf die Pläne aufmerksam. Fraktionschef Manfred Pfitzner hat Info-Flyer in die Briefkästen gesteckt – auch auf Hamburger Gebiet. Die BfB hatte im März im Umweltausschuss gemeinsam mit den Grünen gegen den Funkmast am Gremsbargen gestimmt. „Die BfB plant, dieses Vorhaben juristisch auf die Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen“, betont Fraktionschef Manfred Pfitzner. Auf dem heutigen Wochenmarkt auf dem Holstenplatz will die BfB von 10 bis 12 Uhr vor Ort als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung stehen. „Wir wurden von Anwohnern angesprochen, die eine höhere Strahlenbelastung und eine Zerstörung der Grünflächen befürchten“, betont der BfB-Chef.

Der Mast (rotes Kreuz) soll direkt hinter der Wohnbebauung errichtet werden.

Der Mast (rotes Kreuz) soll direkt hinter der Wohnbebauung errichtet werden.

Foto: PT

Im Umweltausschuss hatten SPD, CDU und OfS beschlossen, dass das Unternehmen Vodafone den Mast errichten darf. Die Stadt würde eine Pacht in Höhe von 5400 Euro erhalten – im Jahr. Die Stadt möchte eine Fläche von zirka 625 Quadratmetern verpachten. Sechs Flächenantennen mit einer Länge von jeweils zwei Metern und eine Richtfunkantenne mit einem Durchmesser von 0,6 Metern sind geplant.

Die Erschließung ist aber noch gar nicht gesichert. Die letzten 60 Meter von der Ecke Gremsbargen, wo der Wanderweg einmündet, müssten für den Lkw-Verkehr erst verbreitert und hergerichtet werden. Vor allem die Grünen hatten im Umweltausschuss vehement gegen den Standort im Landschaftsschutzgebiet argumentiert – am Ende vergeblich. Fakt ist aber: Ein Mobilfunkmast im Landschaftsschutzgebiet ist laut Kreisordnung verboten. Der Kreis müsste eine Sondergenehmigung erteilen.

Grüne und BfB sind gegen den Funkmast. Die Bürger machen mobil. Der Widerstand formiert sich. Nach Informationen unserer Zeitung wird es im Mai einen Erörterungstermin mit Vertretern von Vodafone vor Ort geben.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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