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Schenefelder Tageblatt

03. Dezember 2016 | 07:44 Uhr

Läster-Schwestern unter sich : Bibi Maaß begeistert die Damen in Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Comedy: Die Quickborner Entertainerin Bibi Maaß begeistert 130 Besucherinnen beim „Mädelsabend“ im Lustis 53,6 in Schenefeld.

Schenefeld | Bei einem Mädelsabend wird gern mal deftig über die Herren der Schöpfung gelästert. Unzulänglichkeiten gibt es bei Männern ja schließlich genügend. Solche Abende sind zwar nicht unbedingt sehr niveauvoll, aber dafür unterhaltsam. So kam auch die Quickborner Kabarettistin Bibi Maaß mit ihrem Programm „Mädelsabend – Botox ist auch keine Lösung“, die sich am Mittwoch zum ersten Mal in Schenefeld präsentierte, bei ihrem Publikum bestens an. 130 Frauen versammelten sich im Lustis 53,6. Die Veranstaltung war damit restlos ausverkauft.

Bei der Läster-Schwester Maaß bekamen sie alle ihr Fett weg: der Ehemann, ihre Nachbarinnen und sie selbst. „Ich bin hier ja heute wieder die Gesichtsälteste“, sagte die 57-Jährige gleich zu Beginn und gewann mit ihrer Schonungslosigkeit Sympathien. In der Menopause springt die innere Heizung immer dann an, wenn man es nicht gebrauchen kann. Falten und Bauchspeck vermehren sich: Maaß benannte die Probleme von Frauen offen – mit viel Sarkasmus und dreckigem Humor.

Zunächst zündeten die Gags über das Älterwerden noch nicht so richtig. Die Kabarettistin nahm aber an Fahrt auf und sorgte im Verlauf des Abends für etliche Lacher. Immer wieder dran glauben musste ihr Ehemann, der einem am Ende schon etwas Leid tat. Er sei gerade dabei, eine Selbsthilfegruppe mit der Freundin von Mario Barth zu gründen, witzelte Maaß. „Mein Mann trägt mich nicht mehr auf Händen. Kann er auch nicht. Er hat Rücken und er trägt jetzt Bauch“, sagte sie. Früher habe er auch mehr beim Haushalt geholfen. Jetzt sei er nur noch für den Müll zuständig. „Das heißt: Er schiebt die Tonne an die Straße – wenn Mutti ihm einen Zettel hinlegt.“ Sie habe in ihrer Ehe 27 Jahre Treuepunkte gesammelt. Jetzt stellte sie fest: „Ich kann die nirgendwo einlösen.“ Ersetzen wollte sie ihren Mann letztlich aber doch nicht. „Er ist zwar nicht mehr ganz frisch. Aber er passt zu mir.“

Christiane Djalili (l.) und Ingrid Köhler-Krüger gefiel der Humor.
Christiane Djalili (l.) und Ingrid Köhler-Krüger gefiel der Humor. Foto: Plock
 

Auch ihre Nachbarinnen wie die penible „Putze-Paula“, die mit dem Staub auch gleich die Gemütlichkeit mit entfernt, wurden auf die Schippe genommen. Oder die übellaunige „Miese-Petra“, die bei Maaß auch den letzten Schmutzfleck findet und anprangert. Man müsse aufpassen, dass diese chronische Übellaunigkeit einen nicht selbst erwischt. Das sei „wahrscheinlicher als sich jetzt noch mit einer seltenen Geschlechtskrankheit anzustecken“.

Die Quickbornerin stellte zudem fest, dass Putzen dabei hilft, Aggression abzubauen. Mit dem Wischer würde sich Frau am alltäglichen Ärger „emotional abarbeiten“. Dies habe aber auch Vorteile: Gäbe es keinen Ehestreit, würde die Bude wohl nie so gut sauber, resümierte sie. So ging es weiter querbeet über Erinnerungen an die Jugend, als Petting im Auto für Begeisterung sorgte, bis hin zu feuchten Träumen über heiße Begegnungen im Fahrstuhl. „Wir waren die goldene Generation. Die Pille war schon erfunden, aber Aids noch nicht.“ Sex in der Mercedes A-Klasse? Passt irgendwie nicht zusammen, befand die Komödiantin.

Maren Eckhorst (l.) und Conny Wangorsch lachten mit.
Maren Eckhorst (l.) und Conny Wangorsch lachten mit. Foto: Plock
 

Die Zuschauerinnen waren begeistert von der Quickbornerin. Christiane Djalili aus Waldenau lobte die „scharfsinnigen Bemerkungen über das Älterwerden“. Ihre Freundin Ingrid Köhler-Krüger aus Wedel fühlte sich ebenfalls bestens unterhalten. Maaß sei „einfach witzig“, ihr Humor „trefflich“. Positiv äußerten sich auch Maren Eckhorst und Conny Wangorsch aus Schenefeld. Eckhorst habe befürchtet, dass diese Art von Humor für sie nichts mehr sei, viele Situationen erlebe sie aber genauso zu Hause.

Wer Maaß live erleben möchte, hat am Freitag, 4. November, die Gelegenheit. Um 19.30 Uhr legt sie los im Sportlerheim Kummerfeld, Ossenpadd 2. Der Eintritt kostet zehn Euro pro Person. Karten gibt es bei Schlachter Schmidt, Bundesstraße 34, in Kummerfeld sowie beim Bücherwurm in Pinneberg, Dingstätte 42.

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erstellt am 21.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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