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Schenefelder Tageblatt

02. Dezember 2016 | 19:12 Uhr

Auf den Spuren eines großen Malers

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Buchpräsentation Rüdiger von Ancken setzt dem Marinemaler Walter Zeeden (1891 bis 1961) ein literarisches Denkmal

Frachtschiffe, die sich durch die aufgewühlte, wilde See kämpfen. Passagierschiffe, die majestätisch über den Ozean gleiten. Kriegsschiffe, die bedrohlich durch die Wellen stampfen. Es waren diese Titelbilder auf maritimen Heften, die den damals zehn Jahre alten Rüdiger von Ancken faszinierten, die ihn wie ein Magnet aufs Wasser, zu den Schiffen zogen. 43    Jahre ist der 71-Jährige zur See gefahren, der Schenefelder steuert noch heute als Kapitän die „Cap San Diego“, das größte fahrtüchtige Museumsschiff der Welt.

Die Bilder, die ihm seinen Weg wiesen, stammen alle von dem Marinemaler Walter Zeeden. Und dem hat van Ancken jetzt gemeinsam mit Lars U. Scholl, ehemals Geschäftsführender Direktor des Deutschen Schifffahrtsmuseums, ein Denkmal gesetzt. Im Oceanum Verlag veröffentlichten sie das Buch „Der Marinemaler Walter Zeeden (1891 bis 1961)“. 184 Seiten stark. Mit vielen Dokumenten, Briefen, Postkarten, Geschichten und Anekdoten. Auf 80 Bilderseiten haben die Autoren das künstlerische Schaffen des Malers nachgezeichnet, der neben seinen beeindruckenden, so realitätsnahen Schifffahrtsmotiven auch viele Eisenbahnmotive gezeichnet hatte. Walter Zeeden: Für von Ancken mehr als ein Hobby – eine Leidenschaft. 2003 begann er mit seiner Arbeit, investierte ungezählte Stunden in die akribische Recherche – vor allem in Archiven. „Es gab nur sehr wenige Informationen über den Menschen Walter Zeeden, über seine Familie und seinen Werdegang“, sagt von Ancken. „Wir haben quasi bei Null angefangen.“ Er hatte Glück, lernte den Elmshorner Rudolf Ressel kennen, der einst in Garmisch-Partenkirchen Zeedens Untermieter war. So gelangte er an bisher unbekanntes Bildmaterial, an viele wichtige Informationen.

Zeeden, im Ersten Weltkrieg verwundet, studierte später Maschinenbau und arbeitete 17 Jahre lang als Ingenieur im Lokomotivbau. Als Marinezeichner wurde er erst im Alter von 40 Jahren von Fritz Otto-Busch, bekannter Autor von vielen Marinebüchern, entdeckt. Eine Ausbildung als Maler hatte Zeeden nie absolviert.

Authentizität, Detailtreue: Zwei Merkmale die Zeedens Kunst auszeichnen. „Manches wirkt wie fotografiert“, sagt von Ancken. Er hat die SOS-Heftchen mit Zeedens Titelbildern damals gesammelt. „Zeedens Stil war eher technischer denn künstlerischer Natur.“

Untergang, Zerstörung, Naturgewalten, Ästhetik, Gefahr, Abenteuer und Schönheit: Das alles findet sich in zum Teil großartigen Zeichnungen, Grafiken und Bildern des Marinemalers. „Zeedens Bilder wurden bekannt, der Maler, der Mensch dahinter blieb im Verborgenem“, sagt von Ancken. Es ist der Verdient der beiden Autoren, dass Zeeden jetzt die Anerkennung erfährt, die ihm zusteht. Ein prachtvolles Werk, für alle Kunstliebhaber ein Genuss, darin zu lesen, zu stöbern und sich in den Bildern Walter Zeedens zu verlieren.

Das Buch kostet 34,90 Euro. Es ist in einer Auflage von 1100 Exemplaren erschienen.

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erstellt am 23.Jul.2016 | 17:05 Uhr

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