zur Navigation springen

Quickborner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 07:51 Uhr

Wird der Kreis Vertrag verlängern?

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Jubiläum ATS-Suchtberatungsstelle in Quickborn feiert 25-jähriges Bestehen und hofft auf Fortsetzung der Arbeit ab 2017

Fast ein wenig ins Schwärmen geriet Hans-Jürgen Tecklenburg, Gesamtleiter der ATS-Suchtberatung, als er am Montag in den Räumen der evangelischen Marienkirche saß. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Einrichtung hatte das Team in den Gemeindesaal eingeladen, um das Jubiläum zu feiern. „Damals haben wir hier mit unserer Arbeit begonnen“, erinnerte sich Tecklenburg. Von Anfang an sei er dabei gewesen und habe Suchterkrankte und ihre Angehörigen betreut. „Das war damals ein relativ neues Konzept“, so Tecklenburg, „weil wir nicht zwischen legalen und illegalen Drogen unterschieden haben.“

Mit einer Vollzeitstelle hatte die Beratung 1991 begonnen – inzwischen arbeiten sieben Mitarbeiter in Teilzeit daran, Menschen mit Suchterkrankungen zu helfen und Präventionsangebote zu erarbeiten. Die Schwerpunkte hätten sich dabei über die Jahre verlagert, weiß Hauke Behnk, Teamleiter der Quickborner ATS-Einrichtung. In den Anfängen sei besonders der Bedarf im Bereich des Glücksspiel und – neuerdings – der Mediensucht gestiegen. „Alkoholsucht macht mit rund 60 Prozent aber noch immer den größten Teil unserer Arbeit aus“, so Behnk. Illegale Drogen lägen mit 25 Prozent auf dem zweiten, Spiel- und Mediensucht mit 15 Prozent auf dem dritten Platz der häufigsten Süchte.

Inzwischen hat sich das Angebot der ATS stark vergrößert. „Wir arbeiten immer an neuen Projekten“, so Tecklenburg. Das Projekt „Kleine Riesen“, 2002 ins Leben gerufen, beschäftigt sich ausschließlich mit Kindern aus suchtbelasteten Familien. „Uns war es wichtig, Kinder auch auf einer angemessenen Ebene betreuen zu können“, so Tecklenburg. Aktuell wird eine Sprechstunde Glücksspiel durchgeführt und die Mitarbeiter hoffen auf weitere Unterstützung, um ein Schwellenangebot zum Thema Cannabis anzubieten. „Eine Art Kurzkursus, der Menschen helfen soll, die den Konsum noch kontrollieren können, aber an der Schwelle zum Kontrollverlust sind“, so Tecklenburg. Außerdem laufe aktuell auch ein Nichtraucherkursus, der 2017 erneuert werden soll.

3802 Personen hat das Team insgesamt betreut, viele von ihnen über mehrere Jahre. Bei ihrer Arbeit ist die ATS, die auch eine Sprechstunde in Bönningstedt betreibt, oft auf die Hilfe der Stadt angewiesen. „Aber Quickborn hilft uns immer sehr schnell und unkompliziert“, so Tecklenburg. Außer der Politik seien auch Service-Clubs und Einwohner eine große Unterstützung für das Team, das auf eine langfristige Weiterarbeit hofft. 2017 läuft der fünfjährige Vertrag mit dem Kreis Pinneberg aus. Eine Ausschreibung soll entscheiden, wer die Suchtberatung künftig anbieten darf.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen