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Quickborner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Was von moderner Kunst bleibt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Schau Verein für Nachlässe öffnet Archiv

Was bleibt von der modernen Kunst aus Norddeutschland? Was überdauert? „Es gibt viele Künstler, aber wenige, die ständig ausgestellt werden“, sagte der Quickborner Künstler Edwin Zaft unserer Zeitung.

Das Hamburger Forum für Künstlernachlässe sammelt seit 13 Jahren die Gemälde, Skulpturen und Objekte verstorbener wie auch lebender Kunstschaffender, um sie materiell zu bewahren, aber auch, um sie in Erinnerung zu halten. Im Kunsthaus Sootbörn in Hamburg-Niendorf lagert der Verein mehr als 5000 Werke von 45 Künstlern. Eine Auswahl der Sammlung stellt der Kunstverein Quickborn ab Freitag, 11. November, aus. In dem ehemaligen Offenen Atelier in der Kieler Straße 149 werden unter dem Titel „Was bleibt“ 40 Werke von sieben Künstlern aus dem 20. und 21. Jahrhundert zu sehen sein. Da der Kunstverein die Räume nach dem Tod der Galeristin Marianne Gehrke gemietet hat, werden sie ab der Ausstellung erstmals „Haus des Kunstvereins“ heißen.

Detlev Kahl aus Quickborn arbeitet im Vorstand des Forums für Künstlernachlässe mit und wird bei der Vernissage eine Einführung geben. Er berichtete, dass der Verein aus Platzmangel nicht jedes Œevre aufnehme. Kunsthistoriker prüften, was bewahrenswert ist. Entsprechend erlesen fällt die Ausstellung aus. Gezeigt wird etwa eine zwei mal zwei Meter große Collage von Burkhardt Rokahr (geboren 1947). Er klebte ein übergroßes Foto eines makellosen Frauengesichts auf einen gemalten Untergrund und zerriss es, sodass dunkle und lebhafte Farben zum Vorschein kommen. Zu sehen sind Linol- und Holzschnitte von Rudolf Mahler (1905-1995) mit der Darstellung von Vergänglichkeit, Porträts von Alma del Banco (1863-1943), Radierungen der Hamburgerin Margrit von Spreckelsen (geboren 1940) und von Michel Fessel (1941-2000) sowie Schwarz-Weiß-Porträts von Wolfgang Hartmann (1928-2013). Zu den jüngsten Werken gehören Plastiken von Dirk Becker (geboren 1942) aus den Jahren 2008/2009.

Gehrke hatte die Schau in Hamburg gesehen und wollte sie in ihrer Heimatstadt zeigen. Der Kunstverein erfüllt ihr diesen Wunsch posthum. Der Vorstand sieht für die Besucher die Chance einer Horizonterweiterung. „Ich gehe sehr emotional an Kunst heran und merke: Das spricht mich an, das nicht“, berichtete Mitglied Annette Fahrenkrug. „Dann ist man erstaunt, wenn man etwas über den Künstler erfährt. Dann erschließt es sich“, so der Künstler Edwin Zaft.

Die Vernissage am Freitag, 11. November, beginnt um 19 Uhr. Geöffnet ist die Ausstellung am Sonnabend und Sonntag, 12. und 13. November, jeweils von 14 bis 18 Uhr, am Donnerstag und Freitag, 17. und 18. November, jeweils von 18. bis 21 Uhr sowie am Sonnabend und Sonntag, 19. und 20. November, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

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erstellt am 05.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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