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Quickborner Tageblatt

07. Dezember 2016 | 13:38 Uhr

VortragQuickborn heißt Viehtränke : Vortrag über den Ortsnamen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Irene Lühdorff schilderte vor 45 Zuhörern die Entstehung der Kieler Straße und des Ortsnamens.

Quickborn | Woher stammt der Name der Stadt Quickborn? Irene Lühdorff , Leiterin der Geschichtswerkstatt der Volkshochschule der Stadt Quickborn, hielt am Mittwoch auf Einladung des Kultur-Vereins Quickborn in der Comenius-Schule einen Vortrag über die Geschichte der Kieler Straße und gab die Antwort. Sie stützte sich dabei auf Recherchen des Studiendirektors Jürgen Hühnke.

„Manch einer wundert sich vielleicht über die Verkehrsführung an der Ecke Schulstraße/Harksheider Weg“, sagte sie. Die Schulstraße gabelt sich vor dem Abzweig in den Harksheider Weg in zwei Arme, zwischen denen eine Verkehrsinsel liegt. Grund: Bis 1894 befand sich in diesem Dreieck ein Feuerlöschteich, an dem Bauern ihr Vieh tränkten. Da die Tiere ihre lebende Habe darstellten, bezeichneten die Landwirte sie als „Quick“, was „lebendig“ bedeutet. Ein Teich hieß damals Born. Die Bauern führten ihre Tiere also an den Quickborn, die Viehtränke. Bürgervorsteher Henning Meyn (CDU) schlug am Mittwoch vor, dort eine Gedenktafel aufstellen zu lassen.

Lebendig schilderte Lühdorff den 45 Zuhörern die Entstehung der B  4. „Die Straßenverbindungen waren Anfang des 19. Jahrhunderts noch sehr schlecht“, sagte sie. Der dänische König Frederik VI., dem die Herrschaft Pinneberg unterstand, ließ daher für sein Personal von 1830 bis 1832 die 91 Kilometer lange Chaussee Altona–Kiel errichten. „Er baute nach neustem technischen Stand und verkürzte die Reisezeit von 16 auf neun Stunden“, so Lühdorff. Der König ließ eine Grube ausheben, sie mit einer 20 bis 30 Zentimeter hohen Steinschicht und Sand füllen. Die sechs Meter breite, gewölbte Straße wurde beidseits durch je 1,6 Meter breite unbefestige Streifen gesäumt. Ab 1884 verkehrte darauf die AKN, deren Bau der Himmelmoor-Pächter für den Torfexport angeregt hatte. Hamburger unternahmen damit Ausflüge nach Quickborn. 1912 wurden die Schienen auf eine schnellere Trasse verlegt. Alleebäume an der Straße spendeten Reisenden und Waren Schatten, waren aber auch Markierungen in der Dunkelheit.

Anhand historischer und aktueller Fotos zeigte Lühdorff die Entwicklung des Straßenzugs in Quickborn. Sie spannte den Bogen von einem Eiswerk am Elsensee, das Eisblöcke an Hamburger Bierverlage verkaufte, über den Schützenhof, einen Posthof, die Gaststätte Sängerheim an der Stelle eines heutigen Supermarkts, dem Banksitz im Kobushaus, die Marienkirche, das Haus Roseneck bis zum Forsthaus Georg Mary, dem heutigen Hotel Waldfrieden, im Norden. Auf dem Weg nach Bilsen ist noch der Drei-Meilen-Stein mit dem Monogramm des Königs zu sehen. Eine Meile maß 7,5 Kilometer.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 12:15 Uhr

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