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Quickborner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 15:00 Uhr

Lesung in Quickborn : Voll ansteckender Euphorie

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Künstler Karl-Heinz Boyke begeisterte 30 Gäste mit Erinnerungen an seinen Lehrer Walter Arno.

Quickborn | „Ich muss Anlauf nehmen, um meine Fassungslosigkeit ausdrücken zu können. Diese Einzelstücke sind einfach kolossal gut“, schwärmte der Künstler Karl-Heinz Boyke am Sonntag im Offenen Atelier Quickborn. Zwischen Kunstwerken des 2005 verstorbenen Malers und Bildhauers Walter Arno aus Seeth-Ekholt stellte Boyke sein Buch über diesen Künstler vor.

Das Publikum war hochkarätig besetzt. Elke Ferro-Goldstein, Vorsitzende des Kreiskulturverbands Pinneberg, Anders Petersen aus dem Vorstand des Kunstvereins Elmshorn, ein Vertreter des Künstlerverbands Steinburg und Klaus-Hermann Hensel (CDU), stellvertretender Bürgermeister der Stadt Quickborn, hörten zu. „Lauter Prominenz hier, da fühle ich mich gleich wie Zuhause“, scherzte Boyke. Gastgeber Edwin Zaft freute sich über die Zahl von etwa 30 Gästen. „Das ist für so eine Veranstaltung schon gut“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Boyke beschäftigt sich seit 35 Jahren mit Arno und hat persönliche Erlebnisse mit seinem ehemaligen Professor in einem Buch festgehalten. „Arno hat es gehasst, etwas falsch zu machen“, erläuterte er die Wahl seines Titels „Der Richtigmacher“. Das Werk ist noch nicht fertiggestellt, aber Boyke plant, es 2017 zu verkaufen. „Die letzten fünf Prozent sind viel schwerer als die ersten 90 Prozent“, stellte er fest.

Der Autor las Ausschnitte aus dem Buch vor, erzählte aber auch vieles frei aus seinen Erinnerungen. Angefangen hatte Arno mit der Malerei, begann dann aber auch die Bildhauerei, anfänglich mit Holzskulpturen. „Walter Arno ist für mich eine extrem außergewöhnliche Person. In meinen Augen ist er die Verkörperung der formalen Ästhetik“, sagte Boyke. Er vermittelte seine Erinnerungen an Arno mit viel Humor und Lebendigkeit, sodass er bald die Sympathien und das Gelächter des Publikums sicher hatte. Durch eine Präsentation mit Bildern von Arno und seinen Werken fielen dem ehemaligen Schüler des Künstlers zahlreiche Anekdoten zu seinem Professor ein. „Arno empfand sich immer als ganzheitlicher Künstler. Das Gesamtkunstwerk war sein Anliegen, sodass beispielsweise von seinen Grafiken auch vieles in seine Skulpturen eingeflossen ist“, berichtete Boyke.

„Ich neige zum Schwärmen, aber diese Arno’sche Ästhetik bietet so viel Spielraum, dass man immer weiter und weiter konzipieren kann“, erläuterte der Autor. Das Publikum ließ sich von dieser Euphorie anstecken. Zum Ende hörten die Gäste einen Text von Volker Rozowski über die Beisetzung Arnos sowie dessen Lieblingslied. Einige der Anwesenden kannten den Künstler persönlich. Seine Werke waren nur für die Dauer der Lesung im Atelier zu sehen. Boyke und Zaft stellten Auszüge des Buches für die Lesung in einem 50-seitigen Heft zusammen. Restexemplare sind noch für je 4,70 Euro im Offenen Atelier, Kieler Straße 149, erhältlich. Interessierte melden sich bei Zaft unter Telefon 04106-618694 an.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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