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Quickborner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 23:33 Uhr

Eulenfestwoche in Quickborn : Trommelwirbel und pralle Komik

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

300 Gäste im berstend vollen Artur-Grenz-Saal erlebten mitreißenden Auftritt der Gruppe „Trude träumt von Afrika“.

Quickborn | Wenn die Gruppe „Trude träumt von Afrika“ zum Wunschkonzert in Quickborn trommelt, ist der Artur-Grenz-Saal berstend voll. Etwa 300 Besucher erlebten am Montagabend den angekündigten „Augen- und Ohrenschmaus“ von vier Damen im zunehmend besten Alter. Sie hatten ein Wunschkonzert versprochen, weil die Leute dann immer gern kämen. „Wir finden es aber nicht gerecht, dass Sie sich etwas wünschen, und wir müssen den ganzen Abend spielen“, meinte Trude. Stattdessen gab es rasante Trommelwirbel, urige Spielszenen und viel Komik aus fast 25 Jahren seit Gründung dieser originellen Formation.

Ursprünglich bildeten die Frauen ein Blockflöten-Ensemble, erfuhren die Zuschauer, bis es irgendwann „mit Naturgewalt“ über sie kam, und sie alles, was der Haushalt hergab, als eine Trommelband zum Einsatz brachten. Heute beherrschen sie „richtige Instrumente“ – präsentierten den afrikanischen Gesang und das rhythmische Trommeln mit einer Leidenschaft, durch die sich das Publikum zu Beifallsstürmen hinreißen ließ.

Grandios waren die komischen Einlagen und Szenen, zum Beispiel über „die Dicke“ im Team, die früher bei der Heilsarmee die Gulaschkanone bediente: „Na, Ihr wisst schon: Reeperbahn, Ecke Talstraße...“ An diese Zeit erinnert ein Kochtopf, auf dem die kräftige Frau wie eine Galionsfigur präsentiert wurde. Freche Bemerkung: „Mich wundert nur, dass der Pott noch keine Pfanne geworden ist...“ Es gab Schilderungen von Reisen, zum Beispiel ins Erzgebirge, um die heimische Folklore zu studieren. Dabei erklang ein nostalgisches Singspiel mit Kuhglocken-Gebimmel und Triangelklängen, das die vielseitigen Facetten der Truden bestätigte.

Herrlich auch die Erinnerungen an eine Reise nach Amerika, wo ihre Trommeln nicht ankamen. Wie aber das Geld für die Heimreise verdienen? Sie spielten in Las Vegas, bis ihnen die Erleuchtung kam: „Wir müssen was Amerikanisches machen.“ Sie seien als Skiffle-Band mit akrobatischen Waschbrett-Einlagen aufgetreten. „Die Amerikaner haben uns mit Sachen beworfen, die wir gar nicht haben wollten.“ Das Publikum klatschte sich die Hände wund. Gespielte Verwunderung bei den Trude-Damen: „Sind denn hier Amerikaner im Saal?“ Nach der Pause erneute Programm-Steigerung: Eine urkomische Ballett-Nummer aus „Schwanensee“ sollte die Herzen erobern. Und etwas Besinnliches, denn in einem Koffer hatte eine Trude ihren Plattenspieler und eine Schellackplatte gefunden. Das Team sang und spielte alles: das Knistern und einen Rillensprung. Nach grandiosen Trommel-Zugaben war das Publikum „wunschlos“ glücklich.

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erstellt am 14.Sep.2016 | 16:30 Uhr

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