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Quickborner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 18:49 Uhr

Ausstellung in Quickborn : Totentanz in kraftvollem Rot

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ausstellung Anita Schreiber und Ingeborg Körber zeigen neue Bilder-Zyklen. Vernissage am Wochenende im „Kunst und Pferd“.

Quickborn | Anita Schreiber mag Rot eigentlich gar nicht. Die Künstlerin aus Quickborn besitzt zum Beispiel keine Kleidungsstücke in dieser Farbe. „Schon deshalb hat es sich gelohnt, dass ich mich mit Rot intensiv auseinander gesetzt habe“, sagte sie bei der Vorstellung einer neuen Ausstellung, die am Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. Oktober, jeweils von 12 bis 18 Uhr im Atelier „Kunst und Pferd“ in Quickborn, Klingenberg 20a, zu sehen sein wird.

Die Künstlerin Ingeborg Körber wird einen Bilder-Zyklus zu dem Thema „Gevatter Tod lädt ein zum Tanze“ zeigen. Schreiber präsentiert unter dem Titel „Noch mehr Rot“ sechs abstrakte Gemälde, in denen sie ausschließlich mit der Farbe Rot experimentierte. „Ich habe einfach alle Rottöne auf eine Palette genommen und dann ziemlich viel Farbe aufgetragen. Es war spannend und interessant“, berichtete sie. Ihre Werke geben diese Spannung wieder. „Man sagt ja, die Farbe Rot erhöht unseren Energiespiegel und unsere seelische Kraft.“

Schreiber arbeitete verschiedene Anregungen in ihre Gemälde ein. Sie setzte etwa ein Foto einer Häuserruine in Tallin abstrakt um. Eine sogenannte Frottage, bei der sie das Muster einer Fliese durch eine Abriebtechnik auf ein Papier übertrug, stellt dabei den Holzverschlag eines Fensters dar.

Körber stellt in ihrem sechsteiligen Zyklus dagegen den Übergang vom Leben in den Tod dar. Das erste Bild zeigt eine Frau im Tanz mit dem Tod. Auf dem nächsten Motiv ist ein Torbogen zu sehen, der ins Blaue führt. „Menschen, die vom Tod zurückkehrten, sagten: Sie sind von einem blauen Schlund angezogen worden“, begründete Körber die Wahl des Symbols und der Farbe. Im Zentrum des Zyklus prangt das Bild eines Hauses mit einer ebenfalls tiefblauen Eingangstür. „Sie wandert durch dieses Haus“, sagt Körber über die sterbende Frau. In dem nächsten Bild ist ihr totes und zugleich schönes Antlitz zu sehen. Körber arbeitete Silberfolie in das Gemälde ein, um Verletzungen zu symbolisieren. Anschließend stellte sie den Tod selbst als Mann in leuchtendem Rot dar. „In seinem Reich ist er ein schöner Tänzer“, sagte Körber. Zum Schluss geht die Frau in einer Gruppe tanzender Menschen auf. „Im Hospiz tanzen die Leute, wenn sie die Kraft dazu haben, und sagen: Ich bin so frei, dass ich dem Tod ins Auge sehen kann.“

Die Besucher können nicht nur Eindrücke, sondern auch Kunstwerke mit nach Hause nehmen. Einige werden als Preise einer Überraschungstombola ausgegeben. Ein Los kostet vier Euro. „Jedes gewinnt“, sagte Körbers Partner HaJo Hein. Er hat dafür zum Beispiel Keramik-Medaillons gefertigt. Während der Ausstellung wird sich ein neuer Untermieter des Ateliers „Kunst und Pferd“ vorstellen. Holger Henke betreibt dort seit Kurzem einen Online-Kunst-Handel. Von seinem Büro „EXTRAART“ aus verkauft er etwa Werke von Paul Wunderlich, Bruno Bruni und James Rizzi. Die Kunst ist nicht vor Ort zu erwerben, sondern nur im Internet. Henke will in Kürze einen Katalog herausgeben und kostenlos versenden. Vorbestellungen nimmt er unter der E-Mail-Adresse katalog@extraart.de an.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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