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Quickborner Tageblatt

25. März 2017 | 01:15 Uhr

Quickborner fordern zentrale Wache

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Umfrage Bürger wünschen sich Polizeistation in der Innenstadt / SPD wirft CDU vor, mit Idee der Genossen Wahlkampf zu betreiben

Viele Quickborner wünschen sich eine Verlegung der Polizeistation aus dem Gewerbegebiet an der Ernst-Abbe-Straße in die Stadtmitte. Bei einer nicht repräsentativen Straßenumfrage unserer Zeitung befürworteten gestern sämtliche angesprochenen Bürger diese Idee, die jüngst der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus-Hermann Hensel und Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) bei einem Treffen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Peter Lehnert angesprochen hatten (unsere Zeitung berichtete).

Als Argument für eine Wache in der Innenstadt führten die Befragten kürzere Zugriffszeiten der Polizei an. Oleksandra Schröder arbeitet in einem Laden in der Klöngasse. „Hier ist innerhalb von sechs Wochen zweimal nachts eingebrochen worden, beim Juwelier und bei der Parfümerie sogar am Tag“, berichtete sie und betonte: Wenn die Polizei in der Innenstadt stationiert wäre, würde sie die Tatorte schneller erreichen. Hinsichtlich der Täter merkte sie an: „Die hätten dann mehr Angst.“

Der Taxifahrer Onur Karakaplan hat oft den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) im Blick. „Hier sind viele junge Menschen, die Unsinn machen. 14- und 15-Jährige sind hier am Rauchen, Kiffen und Saufen. Bis die Polizei hier ist, sind die schon längst weg“, sagte der 30-Jährige. Xhemajlaj Besa hat das Gefühl, dass die Polizei lange braucht, um am Einsatzort einzutreffen. Sie würde eine zentrale Wache sehr begrüßen. „Das wäre viel viel besser“, sagte die 23-Jährige.

Dieselbe Meinung vertritt Katja Klein. „Das wäre sehr gut, weil hier so viele Einbrüche passieren“, äußerte die 42-Jährige. Eine zentral stationierte Polizei könnte die Innenstadt besser kontrollieren.

Die Bürger wünschen sich aber auch einen kurzen Weg zur Wache. Brigitte Reimche sagte: „Wenn die Leute kein Auto haben, kommen sie nicht hin. Wir halten gar nichts davon, wenn die Polizei dahinten ist.“ Heiner Iden bestätigte: „Wenn ältere Menschen ein Anliegen haben, kommen sie schlecht ins Gewerbegebiet.“ Zudem musste er die Polizeistation an der Ernst-Abbe-Straße erst suchen. „Wenn man die kleinen Schilder nicht sieht, findet man das nicht sofort“, sagte der 61-Jährige. Marlene Over lebt zwar in Italien, besucht aber regelmäßig ihre Mutter in Quickborn und wünscht sich für sie einen zentralen Standort. „Es ist dann eine direkte Anlaufstelle“, sagte die 47-Jährige. Christa Jänike berichtete: „Man hat immer mal was. In der City ist es bürgernah. Das ist sehr wichtig.“ Die 78-Jährige würde eine Polizeistation am Rathaus bevorzugen.

Wie berichtet, hatte Hensel diesen Standort empfohlen. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Astrid Huemke riet davon ab. „Die Polizeistation in einen Anbau am Rathaus zu verlagern, ist wenig sinnvoll, da damit die städtebauliche Qualität in diesem Bereich zerstört werden würde“, befand sie in einer Pressemitteilung. Huemke empfahl, stattdessen einen verkehrsgünstigen Standort zu suchen, zum Beispiel in der Nähe der Feuerwache.

Zudem unterstrich sie: „Der Ruf nach einer zentralen Polizeiwache in Quickborn-Ort wurde schon vor Jahren von der SPD formuliert.“ Damals sei sogar überlegt worden, die Rettungswache, die Polizei und die Feuerwehr zusammenzulegen. Sie warf der CDU vor, nun mit SPD-Vorschlägen hausieren zu gehen. „Hat Herr Lehnert keine eigenen Ideen?“, fragte Huemke und beklagte sich: „Wenn der Wahlkampf näher rückt, kommt Herr Lehnert aus dem Untergrund, um sich zu zeigen. Sonst sieht und hört man nichts von ihm.“ Sie betonte, dass die aktuelle Landesregierung für mehr Polizeipersonal gesorgt habe.

Wie berichtet, zog die Polizei nach einem Schimmelbefall der alten Wache an der Pinneberger Straße im Jahr 2008 aus. Köppl kämpfte bereits damals für einen Rathausanbau.

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erstellt am 11.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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