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Was für eine Männerwirtschaft : Premiere der Quickborner Speeldeel

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Quickborner Speeldeel präsentiert den Dreiakter „Wieverregiments“ im Artur-Grenz-Saal.

Quickborn | Diese Premiere konnte sich sehen lassen und bot den Besuchern im fast ausverkauften Artur-Grenz-Saal der Comenius-Schule zwei vergnügliche Stunden. Für das Ensemble, wenn auch ob der Premiere am Anfang etwas aufgeregt agierenden Darsteller der Quickborner Speeldeel, gab’s zustimmende Pfiffe, Zwischenapplaus und am Ende des Stücks lang anhaltenden Beifall. Denn zum Fischen sind sie da, könnte man von den Brüdern Klaas und Piet Schnack sagen. Oder auch „was für eine Männerwirtschaft“ über den Einstieg des Dreiakters „Wieverregiment“.

Zur Geschichte: Junge resolute Deern kommt auf den verlotterten Hof von zwei Bauern, die sich lieber mit ihrem Hobby Fischen als in ihrem Beruf die Zeit vertreiben. Bis die tüchtige Blondine Antje mit dem kräftigem Mundwerk das Schicksal der beiden nicht mehr ganz taufrischen Junggesellen in die Hände nimmt. Nach dem ersten Akt ist die sich sicher, dass sie auf dem Hof die Hosen anhat. Klaas und Piet aber sind sich einig: „Se möt von Hus“. Denn Hände waschen, anklopfen, Lätzchen umbinden – die Tyrannei nimmt kein Ende. Aber „koken kann se“. Und so hat Antje nach einem Jahr die beiden Brüder bestens im Griff und den Hof in ein vorzeigbares Anwesen verwandelt.

Bettina Radecki (Regieassistenz: Maja Hennings) hat hier mit leichter Hand Regie geführt. Schön auch der Einfall, vor Spielbeginn und während der Umbaupause das Gitarren-Duo Olga Keck und Nina Hechmann (beide sind Mitglieder im Theaterensemble) mit ins Boot zu holen.

Nicole Bastein als Kratzbürste Antje Rotermund ist in einen Charakter mit Wiedererkennungswert geschlüpft. Die Rolle der künstlerisch angehauchten Deenstdeern, die sofort das Kommando auf dem Hof übernimmt, spielt sie souverän und mit keckem Einschlag. Klaas und Piet Schnack, die beiden Brüder, die eigentlich nichts anderes als „ein bisschen Fischen“ gehen wollen statten ihre Rollen mit genau der richtigen Mischung aus Tüddeligkeit und liebenswürdiger Schnoddrigkeit aus. Wie Erich Jabs als Klaas und Horst Grapp als sein jüngerer Bruder Piet unter dem Regiment von Antje nach anfänglichen Widerständen zu feinen Anzugträgern mutieren – ganz wunderbar. Auch Udo Thomsen gefällt in der Rolle als feiner Herr (Ruhland), der durch den Ankauf der dem Hof vorgelagerten Insel Glanz und Geld auf den Hof bringt.

Gina Klaus als Sanna Thielen und Jens Rapude (Hinnerk) verkörpern überzeugend das junge Liebesglück. Nur die bei ihren Brüdern wenig beliebte Male Thielen alias Monika Hopmann gönnt der jungen Deern das Glück nicht und versucht alles, Seemann Hinnerk und am liebsten auch „de Düwelsdeern“ Antje, los zu werden. Doch diese hält gewieft die Fäden in der Hand und sorgt dafür, dass am Ende das sympathisch-knorrige Brüder-gespann endlich wieder dem Fischen nachgehen kann.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 16:30 Uhr

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