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Quickborner Tageblatt

30. April 2017 | 03:15 Uhr

Paten sorgen für gute Integration

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Flüchtlinge Ehrenamtliche Helfer in der Gemeinde Hasloh suchen nach Verstärkung / Morgen Gelegenheit zum Kennenlernen

Derzeit sind sechs ehrenamtliche Paten für die 25 in Hasloh untergebrachten Flüchtlinge aktiv. „Inzwischen haben wir vier Objekte anmieten können, dort ist noch Platz für elf weitere Personen“, gab Koordinator Kay Löhr kürzlich einen Überblick über die Lage in der Gemeinde. Doch mehr Personen bedeuten auch mehr Arbeit für die Freiwilligen. „Wir sind zu wenige, wir brauchen Verstärkung“, sagte Löhr im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ihre Arbeit können die Helfer frei gestalten, sowohl in der Art der Betreuung als auch im Umfang. „Die Hilfe reicht von der Terminvereinbarung und Begleitung von Arztbesuchen über Fahrdienste zu den Interviews in Neumünster bis hin zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. „Meistens sind die Termine in Neumünster um 8 Uhr morgens – das ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln beim besten Willen nicht zu schaffen“, kritisierte Löhr.

Dass die Hasloher damit nicht allein seien, habe er jüngst während eines Treffens der Ehrenamts-Koordinatoren erfahren. „Wir werden versuchen, das dahingehend zu ändern, dass die Termine von vorn herein auf den Nachmittag gelegt werden“, kündigte er an. Ein wesentlicher Punkt der Patenschaft sei schließlich, den Geflüchteten zu mehr Selbstständigkeit im Alltag zu verhelfen. „Das ist manchmal auch ein schmaler Grat zwischen Hilfe und Bevormundung“, hat Löhr inzwischen festgestellt.

Pate Manfred Kraienhorst sorgte gleich nach der Ankunft der ersten Asylbewerber in Hasloh dafür, dass jeder ein Fahrrad bekommt, um mobil zu sein. „Es kommt sehr viel Dankbarkeit zurück, ich habe zahlreiche angenehme Begegnungen erlebt“, berichtete er. Auch der kleinste Schritt sei eine große Hilfe. Das motiviere ihn ebenso, wie die Freundlichkeit der Flüchtlinge und der Spaß, den sie gemeinsam hätten. „Wir haben inzwischen eine WhatsApp-Gruppe und sind gut vernetzt“, sagte er. Je nachdem, was gerade anliege, verbringe er durchschnittlich ein bis zwei Stunden in der Woche mit seinen Schützlingen.

Auch Charly Dörffel hilft den Neubürgern gern. „Ich habe mein halbes Leben im Ausland verbracht, unter anderem in Afrika, Syrien und Brasilien, und wollte nun etwas für Hasloh tun“, sagte der Pensionär. Je nachdem, was anfalle, dauere ein Besuch beim Gesundheitsamt oder bei der Arbeitsvermittlung auch schon einmal einen ganzen Vormittag. „Aber das ist ja nicht jeden Tag der Fall“, betonte Dörffel.

Patin Astrid Hubert hatte zunächst Bedenken wegen der Sprachbarriere. „Das hat sich ganz schnell erledigt, es ist überhaupt kein Problem“, sagte sie und lachte. Sie besuche ihre Schützlinge regelmäßig, oft würden gemeinsam Spiele gespielt und ganz nebenbei Deutsch gelernt. „Dafür werde ich dann öfters mal bekocht – das finde ich toll“, berichtete sie. Etwa fünf Stunden in der Woche verbringt sie mit der Betreuung.

Die Sozialausschussvorsitzende Anne Worthmann (CDU) lobt die Arbeit der Ehrenamtlichen. „Die Paten machen tolle Arbeit und sie werden nicht allein gelassen. Es ist eine nette Truppe, die sich regelmäßig auch zum Erfahrungsaustausch trifft“, sagte sie. Treten Probleme auf, kümmere sich Löhr sofort um eine Lösung. „Die Kommunikation untereinander stimmt“, sagte Worthmann. Für die nächsten Ankommenden versucht Löhr nicht nur, neue Paten zu finden, sondern will auch Geflüchtete in die Hilfe einbinden. „Die, die schon ganz gut Deutsch können, helfen uns jetzt schon als Dolmetscher – das klappt prima“, sagte er. Dennoch seien weitere helfende Hände vonnöten.

Wer Interesse daran hat, Paten und Flüchtlinge kennenzulernen, hat morgen dazu Gelegenheit: Das Willkommen-Team hat ein „Picknick der Nationen“ vorbereitet. Unter dem Motto „Bringen – Teilen – Essen“ kommen von 11 bis 14 Uhr Hasloher auf dem Spielplatz am Rodelberg zusammen. Für Tische und Getränke ist gesorgt. Zur bunten kulinarischen Vielfalt sollen die Gäste beitragen.

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