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Quickborner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 15:31 Uhr

Aufregung im Freibad : Neuer Automat wirft viele Frage auf

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Das neue Gerät für Eintrittskarten wirft viele Fragen auf. Die Stadt Quickborn arbeitet an Lösungen.

Quickborn | Große Aufregung um den neuen Kassenautomaten am Quickborner Freibad: Am vergangenen Wochenende reichte das Wechselgeld nicht aus. Manch ein Besucher kehrte deshalb nach Information dieser Zeitung entnervt um und suchte eine andere Badeanstalt auf. Zudem weckte das Auswahlfeld „Tageskarte“ auf dem Bildschirm bei einigen Schwimmern falsche Erwartungen.

Nach dem regnerischen Start der Freibadsaison vor zwei Wochen zog das gute Wetter am vergangenen Wochenende erstmals zahlreiche Gäste an. Doch schon bald meldete der Kassenautomat auf seinem Bildschirm: „Bitte passend zahlen“. Das Problem verursachte der geringe Vorrat an Zehn-Cent-Stücken. Sobald sie aufgebraucht sind, fordert das Gerät eine passende Zahlung, erläuterte gestern Uwe Scharpenberg, der zuständige Leiter des Fachbereichs Tiefbauten und Kommunalbetriebe im Rathaus. Er räumte ein: „Das ist sehr unglücklich.“

Morgen ist der Eintritt wegen des Familientags frei. Aber für Sonntag, 29. Mai, werde er mehrere Zehn-Cent-Rollen im Schwimmbad bereitlegen. Die Mitarbeiter könnten den Automaten dann schnell auffüllen.

Ein Pfeil weist auf eine Klingel am Eingang hin. Rollstuhlfahrer können damit den Kioskpächter rufen, der ihnen das Tor öffnet.
Ein Pfeil weist auf eine Klingel am Eingang hin. Rollstuhlfahrer können damit den Kioskpächter rufen, der ihnen das Tor öffnet. Foto: Frank

Eine Ursache für dieses Problem sieht er in der Preisgestaltung: Eine Einzelkarte für Minderjährige kostet 1,40  Euro. Der ermäßigte Erwachsenentarif beträgt 1,90 Euro. Bei Preisen von 1,50 Euro und zwei Euro könnte der Automat mit größeren Münzen wechseln.

Anlass einer weiteren Aufregung: Der Kassenautomat bezeichnet das normale Eintritts-Ticket für Erwachsene als Tageskarte. Ein Schwimmer berichtete bei der Internet-Plattform facebook, dass er daher nach einem Besuch am Vormittag das Freibad gegen Abend ein zweites Mal betreten wollte. Er dachte, dass die Tageskarte ihm erlaube, den gesamten Tag über ein- und auszugehen. So gelte auch eine Tageskarte für den öffentlichen Nahverkehr für beliebig viele Fahrten. Doch das Lesegerät am Drehkreuz verwehrte ihm am Abend den Eintritt.

Scharpenberg zufolge ist das nichts Neues. Neben dem Eingang zum Freibad hängt die Nutzungssatzung, datiert vom 14. April 1978. Dort ist zu lesen: „Tageskarten gelten am Tag der Ausgabe und berechtigen zum jeweils einmaligen Eintritt.“ Scharpenberg betonte: „Wenn man raus ist, ist es vorbei.“ Der facebook-Nutzer beklagte aber, dass auf der Karte kein Hinweis darauf zu lesen sei.

Scharpenberg erläuterte, dass das normale Ticket bereits vor der Installation des Automaten Tageskarte hieß. Er schlug vor: „Wir sollten das Ding Eintrittskarte nennen.“ Er werde versuchen, den Automaten entsprechend umzuprogrammieren.

Scharpenberg warnte: Eine Tageskarte mit der Möglichkeit, beliebig oft durchs Drehkreuz zu passieren, berge die Gefahr eines Missbrauchs: „Dann gehen 20 Leute rein, und jeder schwimmt für eine Stunde“, sagte er.

Für Menschen mit Kinderwagen, Rollstühlen und Rollatoren will die Stadt den Zugang zum Bad erleichtern. Wie berichtet, hatten sich Besucher beschwert, dass diese Fahrzeuge nicht durch das Drehkreuz passten.

Inzwischen weist am Eingang der Badeanstalt ein Schild auf eine Klingel hin. Sie läutet im Freibad-Kiosk nebenan. Der Pächter kann Rollstuhl- und Kinderwagenfahrern dann das Tor öffnen.

Bis Dienstag, 31. Mai, will Scharpenberg eine technisch elegantere Lösung einrichten. Die Klingel soll dann beim Bademeister läuten. Wenn er über eine Türkamera am Eingang Besucher mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen sieht, kann er das Tor über eine Fernbedienung öffnen. Zurzeit untersucht Scharpenberg, was eine Lösung kosten würden, bei der die Besucher die Klingel über das Lesegerät auslösen.

Einzel- und Zehnerkarten gibt’s am Automaten. Saisontickets müssen im Rathaus beantragt werden. Sie können einen Tag später gegen Zahlung von fünf Euro Pfand dort abgeholt werden. Der einmalige Eintritt kostet für Minderjährige 1,40 Euro, für Erwachsene vier Euro, ermäßigt 1,90 Euro. Der Preis einer Zehnerkarte für Kinder beträgt zwölf Euro, für Erwachsene 29,50 Euro, ermäßigt 15,80 Euro. Eine Kinder-Saisonkarte kostet 34 Euro für Erwachsene 73 Euro, ermäßigt 50 Euro, für Familien 79 Euro.
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erstellt am 27.Mai.2016 | 16:30 Uhr

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