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Quickborner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 12:02 Uhr

Nachts keine Motorräder?

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Lärmaktionsplan Bürger diskutieren Ideen: Kreisverkehre und bessere Ampelschaltungen

„Alle, die hier in Quickborn leben, leiden unter Lärm“, sagte Friederike Lattmann (Foto), Leiterin des Rathausfachbereichs Stadtentwicklung, bei einer Präsentation des Lärmaktionsplans der Stadt am Donnerstag. Trotzdem besuchten nur sechs Bürger den Vortrag mit Diskussion in der Comenius-Schule. Sie brachten allerdings kreative Ideen zur Eindämmung des Krachs vor.

Die EU-Umgebungslärm-Richtlinie verpflichtet Kommunen im Einzugsbereich großer Lärmquellen seit 2007, Ideen dagegen zu entwickeln. 2009 hatte Quickborn einen Aktionsplan für die Autobahn 7 aufgestellt – mit Erfolg. Lattmann berichtete, dass der Bund den Schutz dadurch erhöhte. Am Donnerstag präsentierte Björn Heichen (Foto) von der Firma Lairm-Consult aus Bargteheide die zweite Stufe des Plans. Nachdem 2009 nur Straßen mit mehr als sechs Millionen Fahrzeugen pro Jahr untersucht werden sollten, standen nun Strecken mit jährlich mehr als drei Millionen Wagen, die Bahn und der Flugbetrieb im Focus. In Quickborn fallen die A  7, die Bundesstraße 4, die Landesstraße 76, die AKN und die Einflugschneise des Hamburger Flughafens in diese Kategorie. Die Stadt zog den Harksheider Weg hinzu.

Ergebnis: Der Straßenlärm belastet nachts statistisch gesehen 527 Quickborner hoch und 122 sehr hoch. Werden die Tageszeiten mit ihren niedrigeren Grenzwerten hinzugerechnet, sind 431 Quickborner hoch und 37 sehr hoch belastet. Die AKN beeinträchtigt nachts 35 Personen und den gesamten Tag über 21 Menschen in hohem Maße. „Hier gibt es keinen zwingenden Handlungsbedarf“, so Heichen.

Die Politiker und er schnürten ein Bündel an Ideen. Dazu gehört Tempo 30 innerorts rund um die Uhr für alle Fahrzeuge oder nur für Lkw oder nur nachts für Lkw. Offenporiger Asphalt und Kurven an den Ortseingängen könnten den Lärm mindern. Die Tempo-Messung ließe sich ausbauen. Zudem werden am Flughafen Pilotassistenzsysteme für den leisen An- und Abflug getestet. „Sie sinken früher und steiler und kommen ohne Schub auf der Landebahn auf“, so Heichen. Ein lärmabhängiges Landeentgelt sei im Gespräch.

Der Besucher Jürgen Jensen schlug den Bau von Kreisverkehren am Harksheider Weg, Ecke Kieler Straße sowie Ecke Ulzburger Landstraße vor. Ratsherr Wolfgang Tröger (SPD) mahnte: Dafür fehle der Platz. Lattmann zufolge wären Kreisel aber an der Kreuzung Kieler Straße/Ellerauer Straße und am Güttloh möglich. Eine Besucherin empfahl besser abgestimmte Ampelschaltungen und ein Nachtfahrverbot für Motorräder.

Der Lärmaktionsplan liegt bis Freitag, 4. November, im Rathaus aus und lässt sich auf der Internet-Seite der Stadt herunterladen. Bürger können dazu Stellung nehmen. Behörden wie die Polizei werden noch befragt. Die aus den Beiträgen erarbeitete Fassung wird anschließend der Ratsversammlung zur Verabschiedung vorgelegt. Welche Punkte umgesetzt werden, entscheiden allerdings Bund und Land als Straßenbaulastträger.

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www.quickborn.de

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erstellt am 01.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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