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Quickborner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 22:54 Uhr

Kinder gestalten ihre Kita selbst

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mitbestimmung Mädchen und Jungen der Zwergenvilla haben ein Konzept für die Verschönerung ihres Spielplatzes erstellt

Sie wissen genau, wie ihr Spielplatz aussehen soll. Die Mädchen und Jungen der Quickborner Kita Zwergenvilla der Arbeiterwohlfahrt (Awo) haben Ideen gesponnen, Modelle möglicher Außenanlagen gebastelt, in verschiedenen Gremien darüber beraten und sich mit Experten abgestimmt. „Wir besprechen, was wir haben wollen und was uns nicht so gut gefällt“, berichtete das sechsjährige Mädchen Marcella.

Gestern präsentierten die Kinder stolz eines der Ergebnisse ihrer kreativen Arbeit: Eine Wassermatschanlage. Mit einem Schwengel können sie im Garten das kostbare Nass aus einer Trinkwasserleitung pumpen. Es läuft über Bleche und drei Bahnen aus Rubinienholz in den Sand. Unterwegs treibt es ein Rad an. Dann sickert es in eine Rinne und schließlich in eine Matschecke, in der die Kinder Sandburgen bauen.

Der Förderverein der Kita, Eltern und die Sparkasse Südholstein bezahlten das etwa 8000 Euro teure Projekt. Ein großer Anteil des Geldes kam durch die Kleider- und Spielzeugmärkte des Vereins zusammen.

Partizipation nennen es Pädagogen, wenn Mädchen und Jungen den Kita-Alltag mitgestalten. In der Zwergenvilla halten die Mädchen und Jungen wöchentliche Konferenzen in den drei Elementar- und drei Hortgruppen ab. Diese Gremien wählen jeweils zwei Kinder aus, die die monatliche Delegiertenversammlung besuchen.

Die ersten Ideen für die Verschönerung ihres Gartens sammelten die jungen Kita-Besucher in ihren Gruppenkonferenzen. Die Delegierten beratschlagten darüber. Bei einer Sitzung erläuterte Olaf Roepnack von der Unfallkasse-Nord ihnen, welche Ideen aus Sicherheitsgründen nicht umsetzbar sind. Ingo Wiegand, Geschäftsführer des Vereins Mut zur Wildnis, half ihnen, ihre Konzepte zu entwickeln. Je nach Fähigkeit malten oder schrieben die Mädchen und Jungen Protokolle, anhand derer sie den Gruppen berichteten. Die Entscheidung für ein Konzept trafen Eltern, Erzieher und Kinder, indem sie Punkte vergaben.

„Die Kinder lernen Selbstständigkeit und sind stolz, wenn sie sagen: Das haben wir erreicht“, erläuterte die Kita-Leiterin Birgit Dwenger-Elbeshausen das Konzept gestern. Das Recht auf Mitsprache und Beteiligung sei in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgeschrieben. Die Mädchen und Jungen sollen dadurch auch lernen, anzusprechen, was sie stört.

Einige Wünsche der Awo-Kinder ließen sich nicht erfüllen. Sie hätten gern eine Straße für ihre Bobbycars rund um das Gebäude bauen lassen. Es fehlte der Platz.

Wirklichkeit werden soll aber ein Baumhaus. Zudem richteten sich die Kinder einen Garten mit Kräuterspirale und Himbeer-, Johannis- und Stachelbeerbüschen ein. Sie stellten dafür Verhaltensregeln auf und malten sie auf ein Schild: Auf Blumen zu pinkeln ist zum Beispiel nicht erlaubt. „Ich finde gut, dass wir das besprochen haben, weil das eklig ist“, sagte Marcella.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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