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Quickborner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 09:01 Uhr

Hunde helfen Beleibten auf die Sprünge

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Neues Training für adipöse Kinder in Quickborn

Von Hamburg über Freiburg bis zurück nach Quickborn hat Ann-Kathrin Hatlapa, Sabrina Benz (Foto) und Amelie Möring-Sack ihre Idee geführt. Die Bachelor-Studentinnen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg haben für ihren Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ ein Pilotprojekt für tiergestützte Therapie ins Leben rufen.

„Unsere Zielgruppe dabei sind adipöse und übergewichtige Kinder“, so Hatlapa. Obwohl es bereits therapeutische Angebote gebe, bei denen die Ernährung im Vordergrund steht, wollten sie durch die Arbeit mit Hund und Kind eine Lücke schließen. „Manchmal tut man sich schwer damit, sich zu motivieren – gerade bei schlechtem Wetter“, weiß Benz. Die tierischen Begleiter sollten dabei helfen.

Bei ihrer Suche nach Kooperationspartnern wendeten sich die Studentinnen an Bettina Mutschler vom Institut für tiergestützte Therapie in Freiburg, die sie an Karin Jansen (Foto), Hundetrainerin und Leiterin der Hundeschule „Stadt-Mensch-Hund“ in Quickborn, wies. „Ich war gleich begeistert“, erinnert sich Jansen. Sie hatte selbst schon die Idee gehabt, Kinder und Hunde durch Patenschaften zueinander zu bringen.

Als schwierig erwies sich die Suche nach Kindern. Hatlapa zufolge ist gerade bei schambesetzten Themen wie Übergewicht die Hemmschwelle der Familien sehr groß, sich zu melden. „Und wir konnten uns ja schlecht auf die Straße stellen und Menschen ansprechen“, sagte sie. Jochen Draeger, Leiter des Zentrums für interdisziplinäre modulare Trainingsprogramme (Zimt) in Bad Segeberg, vermittelte ihnen schließlich Familien. Weitere Kontakte kamen über die Organisation „move & eat & more“ zustande, die Familien mit übergewichtigen Kindern schult.

Anfang April war es soweit: Beim ersten Termin legten die Kinder und ihre vierbeinige Unterstützer auf dem Parcours des Hundeplatzes am Kugelfang los. „Die Kinder helfen den Hunden dabei, Übungen zu meistern“, erläuterte Jansen das Prinzip. Mal muss ein Futterbeutel von einem Trampolin heruntergeholt werden, mal sollen die Vierbeiner unter Anleitung durch einen Tunnel laufen. „Die Kinder und Jugendlichen merken dabei, dass sie etwas bewirken können“, sagte Jansen. Die Bewegung mit den Tieren habe zusätzlich einen positiven Effekt auf das Selbstbewusstsein – und der Spaß an der Sache unterscheide das tierische Angebot von den klassischen Adipositas-Therapien.

Die Trainer und Hundebesitzer beteiligen sich ehrenamtlich. Jansen hofft, das Projekt ausbauen zu können. „Ich würde gern einen Verein gründen, um Angebote auch für Kinder beispielsweise mit Angstproblematiken machen zu können“, sagt sie.

Anfang Mai wollen die Verantwortlichen weitere Schritte planen. Jansen würde etwa gern mit Pädagogen, Psychologen und Krankenkassen zusammenarbeiten. Sie hofft, dass das Projekt eine Zukunft hat und Kindern sowie Jugendlichen eine sinnvolle Ergänzung zu stationärer und klassischer Therapie bietet.

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