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Quickborner Tageblatt

02. Dezember 2016 | 21:04 Uhr

Hilferuf an den Verkehrsminister

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Brücke Ulzburger Landstraße: Anwohner drängt angesichts des zunehmenden Fahrzeugaufkommens auf eine Verbreiterung

Reinhard Wommelsdorff ist sauer auf die Stadt Quickborn. Der Ausbau der Autobahn 7 (A  7) wäre nach Auffassung des 77-jährigen Bürgers die Chance, um die Brücke im Verlauf der Ulzburger Landstraße zu verbreitern. Stattdessen wurde sie bloß saniert. „Es ist so ein Blödsinn, dass Quickborn da nichts macht. Ich lege Wert darauf, dass da verdammt nochmal was passiert“, sagte er unserer Zeitung.

Das Problem besteht nach Ansicht des Chemie-Ingenieurs darin, dass die Brücke für den wachsenden überörtlichen Verkehr zu eng ist. Sie stelle einen regelrechten Autobahnzubringer zum Anschluss Quickborn dar.

Informationen aus dem Rathaus bestätigen ihn zum Teil. Friederike Lattmann, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung, hatte in einem Brief an Wommelsdorff eingeräumt: „Die Verkehrsbelastung der Ulzburger Landstraße ist bekannt.“ Bei einer Zählung sei anhand der Kennzeichen festgestellt worden, „dass eine nicht unerhebliche Verkehrsmenge alleine durch Schleichwegverkehre nach Norderstedt verursacht wird.“

Allerdings ist die Brücke nur fünf Meter breit, erläuterte Harald Haase, Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein. Schilder schränken die Fahrzeugbreite auf zwei Meter ein. Wommelsdorffs Mercedes E-Klasse aber misst von der einen Außenspiegelkante zur anderen 2,18 Meter. „Die Brücke ist für den zweispurigen Verkehr gar nicht geeignet“, sagte er. Trotzdem ist dort auch Fahrradfahren erlaubt. „Wenn Sie als Fußgänger rübergehen, sind Sie in Lebensgefahr“, warnte der Anwohner der Straße.

Wommelsdorff versteht nicht, warum in Ellerau im Verlauf des Kadener Wegs wie auch in Bönningstedt, Am Hagen, Brücken erneuert wurden, nur an der Ulzburger Landstraße nicht. Christian Merl, Sprecher der ausführenden Firmengruppe Via-Solutions-Nord, erläuterte, dass die Brücke dem Bund gehört. Nur die Fahrbahn falle in die Zuständigkeit der Stadt. Lattmann wies auf das Planfeststellungsverfahren für den A  7-Ausbau hin. In dem Zuge seien die Brücken überprüft worden. Haase erläuterte das Ergebnis für die Ulzburger Landstraße: Das Bauwerk sei lang genug, um darunter zusätzliche Autobahnspuren anlegen zu können.

Lattmann zufolge wurde zudem die Restlebensdauer geschätzt. Haase: „Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1967 und sollte somit noch ein paar Jahrzehnte halten.“ Der Beschluss lautete daher: Sanierung. „Ein Ersatzbauwerk zum jetzigen Zeitpunkt wäre nicht wirtschaftlich“, so Haase. Es gebe keinen Anlass, vom Planfeststellungsbeschluss abzuweichen. Nach Merls Auskunft werden mehr als 20 der 72 Brücken entlang des Ausbauabschnitts saniert, aber nicht ersetzt. Nur die Unterführungen würden grundsätzlich unabhängig vom Zustand neu errichtet, da sie für den A  7-Ausbau nicht breit genug waren.

Eine Verbreiterung der Brücke an der Ulzburger Landstraße wurde laut Haase geprüft, mangels „Tragfähigkeitsreserven“ aber verworfen. Lattmann berichtete, dass die Stadt lediglich auf eigene Kosten eine Fahrradbrücke hätten bauen dürfen. Sie erläuterte zudem, dass die geschätzte Restlebensdauer der Brücke in Ellerau unter 30 Jahren gelegen habe, sodass deren Neubau beschlossen wurde. Wommelsdorff kann das nicht nachvollziehen. Die Brücken seien etwa gleich alt. Frustriert bat er am Dienstag Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) in einen offenen Brief um Hilfe.

Einziger Trost für Wommelsdorff: Haase zufolge ist eine Sanierung der Brücke geplant, die voraussichtlich 2018 erfolgen soll. Lattmann berichtete zudem, dass ein Fachbüro im Auftrag der Stadt prüft, welche Verkehrswege das Netz verbessern könnten. Ergebnisse werden im Spätherbst erwartet. Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) hatte im Wahlkampf eine Entlastung der Bahnstraße durch ein Einbahnstraßensystem unter Einbeziehung der Autobahnbrücke Ulzburger Landstraße vorgeschlagen.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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