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Quickborner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 07:50 Uhr

Aktionswoche : „Gewalt kommt nicht in die Tüte“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bis zum 28. November finden Aktionen zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ statt. Brötchenaktion im Bahnhofsforum.

Quickborn | Scham, Ohnmacht, Angst und Unsicherheit: Gleichstellungsbeauftragte Hannah Gleisner weiß, mit welchen Gefühlen sich Frauen konfrontiert sehen, die Gewalterfahrungen machen. In dieser Woche nimmt Quickborn deshalb erneut an der Aktionswoche „Nein! Zu Gewalt gegen Frauen“ teil, die landesweit mit verschiedenen Veranstaltungen auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht. Unter dem Motto „Quickborn zeigt Flagge“ ist bis Montag, 28. November die Aktionsflagge am Rathaus gehisst. Außerdem ist während der Öffnungszeiten eine Plakataktion im Foyer zu sehen, in deren Rahmen auch Informationen und Hilfsangebote zum Mitnehmen bereitliegen.

„Quickborn ist keine Insel“, betont Gleisner, „auch bei uns ist Gewalt gegen Frauen Realität“. Als Ansprechpartnerin erarbeitet sie mit Frauen, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen, Strategien , die für die jeweilige Situation der Betroffenen passend sind. „Oft halten die Frauen schon lange in der gewalttätigen Beziehung aus, bevor sie den Mut finden, sich Hilfe zu suchen“, so die Gleichstellungsbeauftragte. Zu Ohnmachtsgefühlen kommen oftmals auch Ängste um die eigenen Kinder dazu. „Viele fragen sich, was mit ihnen passiert und wie sie sie schützen können“, sagt Gleisner. Sie vermittle auch Beratungsangebote und weitergehende Betreuung im Kreis Pinneberg. „Wenn Gefahr im Verzug ist, dann schalte ich auch die Polizei ein“, so Gleisner. Bei einer sogenannten „Wegweisung“ nach dem Gewaltschutzgesetz gelte das Prinzip „Wer schlägt, der geht“ – die Polizei verweise dann den gewalttätigen Partner der gemeinsamen Wohnung. „Für viele Frauen ist dieser Ablauf hilfreich, weil er einen Automatismus in Gang setzt“, so Gleisner. Denn die Kontaktdaten der Betroffenen würden – in Absprache mit der jeweiligen Frau – an Interventionsstellen weitergegeben werden. Diese nehmen dann ihrerseits Kontakt mit der von Gewalt betroffenen Frau auf und bieten weitere Hilfe an. Gleisner weiß: „Oft ist die Hemmschwelle hoch, sich Hilfe zu suchen. Und oftmals besteht in gewalttätigen Beziehungen auch eine Atmosphäre von Überwachung und Kontrolle.“

Am morgigen Mittwoch, 23. November, steht Gleisner gemeinsam mit Michaela Klann vom Verein „Wendepunkt“ ab 12 Uhr im Quickborner Forum am AKN-Bahnhof. Dort verteilten sie unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ erneut von der Bäckerei Kolls gespendete Brötchentüten, die mit der Nummer des Hilfetelefons bedruckt sind. „Oft ergeben sich Gespräche und die Menschen sind froh, dass wir auf diese Hilfsmöglichkeiten hinweisen“, so Gleisner. Sie betont: „Auch, wenn man in der Nachbarschaft von Gewalt erfährt, kann man sich an diese Nummer wenden – ohne selbst betroffen zu sein.“ Gleisner steht während der zweistündigen Aktion für Fragen zu diesem Thema zu Verfügung.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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